Willkommen bei der Bürgerinitiative »Altonaer Museum bleibt!«

    Arnoldstrasse, Ottensen

  • Regelmäßiges Treffen der BI jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat, 19:00 Uhr, LA CANTINA, Hohenesch 68 in Ottensen.
    Am 2.6.2011 findet wegen Feiertag kein Plenum statt

Pressesprecher: Aram Ockert Tel. 0163-90 29 302, (d) 040 39 88 84 31
Kontakt per E-Mail: altonaermuseumbleibt@gmx.de

Veröffentlicht unter Termin | 3 Kommentare

Ausstellungsstücke gesucht!

 
Nachdem die Anti-AKW-Bewegung Geschichte geschrieben hat, ist es an der Zeit, die Geschichte der Anti-AKW-Bewegung zu schreiben und kulturgeschichtlich zu erzählen. Deswegen planen wir für 2013 eine Ausstellung zur Geschichte der norddeutschen Anti-AKW-Bewegung in Hamburg.

Wir, das sind die Bürgerinitiative „Altonaer Museum bleibt” und der Verein KoALA, mit dem wir ein gemeinsames Projekt zur Vorbereitung der Ausstellung haben. Gemeinsam archivieren wir alle uns zur Verfügung gestellten Materialien aus dem Bereich der Anti-AKW-Bewegung und machen sie so für die geplante Ausstellung verfügbar.

Hierfür benötigen wir die tätige Mithilfe von euch, die ihr in den letzten Jahren und Jahrzehnten in Brokdorf, Itzehoe, Hamburg, Hannover und in Gorleben demonstriert habt und in unendlich vielen, fantasievollen, militanten wie auch gewaltfreien Aktionen Widerstand gegen das Atomprogramm geleistet habt und noch bis heute leistet.

Wir brauchen eure Fahnen, Transparente, gelbe Tonnen, Helme und Säureschutzbrillen, um nur ein paar Dinge zu nennen, ebenso wie Plakate, Flugblätter, Broschüren, Schallplatten und Bücher aus dieser Zeit. Auch das Material der Atomkraftbefürworter ist uns willkommen.

Entgegengenommen werden die Sachen in Barmbek-Süd:
Bartholomäusstraße 57 b, 22083 Hamburg
Telefon 040-730 88 127 in der Zeit von Montag bis Freitag von 10-15 Uhr

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Volksinitiative erfolgreich?

Beschluss der Bürgerschaft auf Antrag aller Fraktionen (Drcks. 20/2623)

Betr.: Volksinitiative „„Altonaer Museum bleibt!“ als Teil der Vielfalt der Hamburgischen Museumslandschaft“

Mit der von der Bürgerschaft beschlossenen Bestandsgarantie für die historischen Museen (Drs. 20/1969) wird auch der Fortbestand des Altonaer Museums, das in der letzten Legislaturperiode von den Schließungsplänen des schwarz-grünen Senats  massiv bedroht wurde, garantiert. Damit ist ein zentraler Punkt der Forderungen der Volksinitiative „Altonaer Museum bleibt!“ erfüllt. Das weitere Anliegen der Volksinitiative (Ziffer 2) konnte bereits im Rahmen der Anhörung im Kulturausschuss am 10. Juni 2011 abschließend erörtert werden. Die Volksinitiative hat hierzu signalisiert, dass sie dieses Anliegen nicht weiterverfolge. Das dritte Anliegen der Volksinitiative (Ziffer 3) kann im Rahmen der anstehenden Novellierung des HmbMuStG erneut erörtert werden. Die Bürgerschaft sichert der Volksinitiative hierzu schon jetzt zu, dass eine der Vertrauenspersonen der Volksinitiative im Rahmen einer hierzu anzusetzenden Sachverständigenanhörung als Anhörperson benannt wird, um die Argumente für eine Veränderung der Aufsicht über die Stiftungen erneut zu Gehör zu bringen.

Das Engagement der Initiative hat gezeigt, wie wichtig der Partizipationsgedanke in den Museen ist und wird. Die Bürgerschaft hat dies mit Drs. 20/1969 bekräftigt. Das kann bedeuten, dass beispielsweise Stadt(teil)geschichte als Identitäts- und Migrationsgeschichte stärker als bisher in den Blick genommen und erlebbar gemacht wird, und das jeweilige gesellschaftliche Umfeld impulsgebend in der Museumsarbeit aufgegriffen wird. Im Altonaer Museum wurde bereits mit dem Runden Tisch in Ansätzen realisiert, wie entsprechende Leitbilder im engen Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Ehrenamtlichen, Freundeskreisen, interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie regionalen Kultur- und Bildungsinstitutionen entwickelt werden können. Insofern dankt die Bürgerschaft der Volksinitiative für ihr anhaltendes Engagement für die Museumslandschaft in Hamburg.

Am Vormittag des 15.12.2011 trafen sich abschließend die Kultursenatorin, Vertreterinnen und Vertreter der Kulturbehörde und Vertrauensleute der Volksinitiative „Altonaer Museum bleibt!“ und verständigten sich auf folgende im Petitum aufgenommene Punkte, die aus Gründen der formalen Anforderungen des Volksabstimmungsgesetzes bereits sehr kurzfristig, noch am gleichen Tage zur Abstimmung gestellt werden müssen. Vor dem Hintergrund der ausführlichen Ausschussberatungen im Vorfeld und der Tatsache, dass wesentliche Fragestellungen erneut im Rahmen der Beantwortung des Ersuchens aus Drs. 20/1969 sowie des entsprechenden Gesetzentwurfs von der Bürgerschaft erörtert werden, erscheint die Kurzfristigkeit jedoch vertretbar.

Die Bürgerschaft möge beschließen:

1. Das zentrale Anliegen der Volksinitiative (Ziffer 1), die Verankerung der Bestandsgarantie für die historischen Museen im HmbMuStG, ist durch den Beschluss der Bürgerschaft am 9. November 2011 (Drs. 20/1969) aufgegriffen worden. Dieser Gesichtspunkt wird im Rahmen der Gesetzesberatungen bei Beantwortung des Ersuchens abschließend beraten und beschlossen.

2. Das weitere Anliegen der Volksinitiative (Ziffer 2) konnte bereits im Rahmen der Anhörung im Kulturausschuss am 10. Juni 2011 abschließend erörtert werden. Die Volksinitiative hat hierzu signalisiert, dass sie dieses Anliegen nicht weiterverfolge.

3. Das dritte Anliegen der Volksinitiative (Ziffer 3) kann im Rahmen der anstehenden Novellierung des HmbMuStG erneut erörtert werden. Die Bürgerschaft sichert der Volksinitiative hierzu schon jetzt zu, dass eine der Vertrauenspersonen der Volksinitiative im Rahmen einer hierzu anzusetzenden Sachverständigenanhörung als Anhörperson benannt wird, um die Argumente für eine Veränderung der Aufsicht über die Stiftungen erneut zu Gehör zu bringen.


Stellungnahme der Bürgerinitiative ALTONAER MUSEUM BLEIBT! zum Beschluss der Bürgerschaft, Drucksache 20/2623 vom 15.12.2011

Die Volksinitiative ALTONAER MUSEUM BLEIBT, als Teil der Vielfalt der
Hamburgischen Museumslandschaft  hatte sich gebildet, nachdem in einem geschichtsvergessenen Akt Grüne und CDU, die damals den Senat stellten, die Schließung des Altonaer Museums anstrebten. Angeblich sollten hierüber 3 Mio. Euro pro Jahr eingespart werden können.

Knapp 25.000 in Hamburg wahlberechtigte Bürger unterschrieben die Volksinitiative. Mittlerweile hatte sich der Vorgängersenat zerlegt und die Neuwahlen standen bereits unter kulturfreundlicheren Zeichen, zumindest für das Altonaer Museum. Keine der in der Bürgerschaft vertretenen Parteien will momentan und absehbar noch die Schließung des Hauses an der Museumsstraße.

Bürgerprotest und Volksinitiative waren  insofern erfolgreich.

Dies kommt auch in dem jüngsten Beschluss der Bürgerschaft zum Ausdruck.

In dem Antrag aller Rathausfraktionen wird die Verankerung einer Bestandsgarantie für die historischen Museen im Museumsstiftungsgesetz zugesichert und ansonsten in der Hauptsache einem abstrakten  Partizipationsgedanken gehuldigt und unserer Initiative für ihr anhaltendes Engagement für die Museumslandschaft in Hamburg gedankt.

In dem uns erheblich wichtigen Punkt, dass die Kultursenatorin sich künftig in Bezug auf die historischen Museen auf die Rechtsaufsicht beschränken möge, gab es vorerst kein Entgegenkommen.

Unserer Meinung nach, wird mit der Fachaufsicht der oder des für Kultur zuständigen Senators über die Stiftung Historische Museen Hamburg nur die mangelnde Autonomie der Stiftung mit einem zusätzlichen Ausrufungszeichen versehen.

Wie spannend wäre doch in Analogie zu den Staatstheatern auch bei den kulturhistorischen Museen “Mehr Demokratie zu wagen” und damit Verantwortung ohne wenn und aber in die Stiftung und die sie tragenden Museen zu verorten.

Stattdessen wird in hehren Worten der Partizipationsgedanke beschworen, um sich womöglich weniger mit ihm beschäftigen zu müssen.

Es soll sich nicht wirklich etwas ändern, aber immerhin ist das ja bereits eine gewaltige Veränderung, die dem Altonaer Museum ermöglicht, sein 150 jähriges Bestehen als geöffnetes Haus feiern zu können.

Dass dies möglich ist, betrachten wir als Erfolg des bürgerschaftliches Engagements, nicht zuletzt auch unserer Initiative und hierauf sind wir stolz. 

Da die Schließung eines Museums nicht unmittelbar ansteht und Fragen der Fachaufsicht von der Öffentlichkeit weniger als demokratietheoretische, denn als technische Fragen wahrgenommen werden, beenden wir erfolgreich die Volksinitiative und werden die Durchführung eines Volksbegehrens nicht weiter betreiben.

Als Bürgerinitiative werden wir weiter die Arbeit des Altonaer Museums begleiten und hierfür geeignete Foren suchen.

Große Hoffnung setzen wir in die Nachbesetzung der Direktorenstelle im Altonaer Museum und stehen für eine Mitarbeit in der Findungskommission – in Würdigung des partizipativen Gedankens -nach wie vor und gerne zur Verfügung.

Einstimmig beschlossen am 05.01.2012 auf der Sitzung der Bürgerinitiative ALTONAER MUSEUM BLEIBT!

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Bürgerinitiative kämpft für den Erhalt von LA CANTINA

Früher kam der zurzeit Erste Bürgermeister dieser Stadt gerne zu KoALA und auch die Veranstaltung der BI Altonaer Museum bleibt! wurden von ihm gerne besucht.

Mittlerweile antwortet er nicht einmal mehr auf Briefe oder Mails. Aber natürlich läßt er beantworten. Die Antwort auf ein Schreiben unserer BI ist es wert, dass wir sie hier einsehbar machen:

der Bürgermeister läßt antworten

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Fortentwicklung der Stiftung Historische Museen Hamburg

SPD-Bürgerschaftsfraktion legt Antrag vor

Liebe MitstreiterInnen,

anbei der Antrag der SPD-Fraktion, der am 26.10.11 in der Bürgerschaft
beschlossen werden soll.

Zentral im Antrag: “Die Stiftung Historische Museen wird auf die drei Museen
Museum für Hamburgische Geschichte, Museum der Arbeit und Altonaer Museum
konzentriert”
und: B. Teilhabe organisieren…

und unter C. Reform des Museumsstiftungsgesetzes: Das Stiftungsgesetz wird
so verändert, dass der von der Bürgerinitiative geforderte Zusatz zum
Erhalt der Museen aufgenommen wird. Der Ausbau der Teilhabe der Bevölkerung
am Museumsgeschehen muss sich wieder in der Struktur der Gremien-
beteiligung zeigen.

und unter D. : Zukünftig soll der Aspekt der Partizipation von
Bevölkerungsgruppen, die bisher nicht erreicht wurden, stärkere
Berücksichtigung erfahren…

und unter Die Bürgerschaft möge beschließen II: …Leitbilder der Museen
im engen Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,
Ehrenamtlichen, Freundeskreisen, interessierten Bürgerinnen und Bürgern
sowie regionalen Kultur- und Bildungsinstitutionen entwickelt werden, wie
das im Altonaer Museum bereits mit dem Runden Tisch in Ansätzen realisiert
worden ist.
Auf in eine neue Runde?!
herzlich, Elisabeth von Dücker

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Ausstellung Momente der Anti-AKW-Bewegung in Norddeutschland

Hier die Skizze unseres Konzepts für eine Ausstellung Momente der Anti-AKW-Bewegung in
Norddeutschland

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Vor die Tür geschickt

Bericht über einen denkwürdigen Termin im Altonaer Museum
Am 22. August, gab es mal wieder ein Treffen mit Torkild Hinrichsen im Altonaer Museum, um die Anti-AKW- Ausstellung vorzubereiten. Wir waren einigermaßen gespannt, was es seitens des Museums neues zu berichten gibt, nachdem Torkild mit seiner Idee, die Haupthäuser der Stiftung in die Ausstellungsvorbereitung durch Konstituierung eines wissenschaftlichen Beirats einzubinden, wohl über erste Erfahrungen verfügte.
Nachdem Torkild Hinrichsen in den letzten beiden gemeinsamen Sitzungen davon gesprochen hatte, dass „unsere Ausstellung“ kulturgeschichtlich genau in das Altonaer Museum gehörte, waren wir gespannt, wie weit seine Argumentation gegenüber den anderen Mitgliedern der Stiftung getragen haben mochte.
Es kam anders, als wir dachten. Nicht nur, dass – unangekündigt – an dem Treffen außer Herrn Hinrichsen auch noch Frau Hirsch, Herr Jodat, Frau Richenberger und Frau Tiedemann- Bischop teilnahmen, sie alle hatten uns auch etwas mitzuteilen. Und so bestand die Sitzung diesmal nur aus Statements, warum die Ausstellung nicht im Altonaer Museum stattfinden kann.
Ohne sich auf eines unserer Argumente zu beziehen, in völliger Negation unserer Motivlage und unter Ausblendung der veränderten politischen Gegebenheiten, deren bedeutendstes Ergebnis der Allparteienkonsens über den notwendigen Ausstieg aus der Atomkraft ist, wurde mit dem Ausdruck größten Bedauerns erläutert, warum die von uns gemeinsam mit dem Direktor des Altonaer Museums vorbereitete Ausstellung nicht in das von Herrn
Hinrichsen verantwortete Museum passt:
Es gäbe keinen Bezug zu den Sammlungen des Altonaer Museums.
Die Ausstellung wolle einseitig gegen Atomkraft sein und somit langweilig, weil politisch eindimensional und von den Ausstellungsobjekten her zweidimensional, also flach. Flachware. Und zu textlastig.
Sie erfülle nicht die notwendigen wissenschaftlichen Ansprüche, erschließe nicht relvante wissenschaftliche Fraagestellungen und obendrein sei ein kulturgeschichtliches Museum für dieses Thema der falsche Ort.
Auch sei nicht geplant, die Standpunkte der AKW-Befürworter in der Ausstellung zu Worte kommen zu lassen.
Die Fokussierung der Ausstellung über den 28. Februar 1981 als Höhepunkt der Demonstrationen gegen das AKW Brokdorf entspräche nicht der gängigen Methodik kulturgeschichtlicher Ausstellungen. Es fehlten Fragen der politischen Ökologie, warum eine Frage der Energiegewinnung zum politischen Thema werden konnte. Ein Kontextualisierung mit anderen Technikeinführungen wie der Dampfkraft und daraus resultierend neuer Verkehrssysteme sowie eine Einordnung in die geistesgeschichtliche Tradition der TECHNIKFEINDLICHKEIT werde vermisst.
So weit die vorgetragene Kritik an unserer Konzeptidee.
Da wir aber ja so an dem Thema „hingen“, hat Frau Tiedemann – Bischop sich der Mühe unterzogen und für uns in der norddeutschen Tiefebene
rund um Brokdorf nach Museen Ausschau gehalten, die sie womöglich offen für eine Ausstellung zum Thema der Anti-AKW-Bewegung in Norddeutschland hält.
Damit war die Runde abgeschlossen. Wir hatten untereinander einen Konsens hergestellt, inhaltlich nichts vorzutragen, sondern äußerten nur dies: dass wir die interessanten Ausführungen zur Kenntnis genommen und diese getreulich der BI berichten würden. Dann sind wir gegangen.
Müßig darauf hinzuweisen, dass wir keine Ausstellung planen, die den wissenschaftlichen Anforderungen aus museologischer Sicht nicht entsprechen. Auch Einseitigkeit ist unsere Absicht nicht, schon weil wir auf die O-Töne aus dem Lager des Atomforums nur ungern verzichten werden. Und: Die Vorstellung der Museums-Crew einer ausschließlich auf Flachware basierten Ausstellung ist eine Karikatur unserer Vorstellungen: Sie war konstruiert worden, da wir eine kleine Auswahl aus der „Krögerschen Sammlung“ von Plakaten und Flugschriften präsentiert hatten. Von diesen ersten Exponaten darf man selbstverstädndlich nicht aufs Ganze schließen – von ersten vorhandenen Exponaten baut man bekanntlich Ausstellungskonzepte auf.
Zudem liegt uns bereits eine Zusage einer Ausstellungsgestalterin vor, die bekannt ist für ihre hervorragende Fähigkeit, Exponate jeglicher Art in eine argumentierende Ausstellungsarchitektur zu bringen. Davon haben wir T. Hinrichsen bereits vor 1 Monat in Kenntnis gesetzt.
Fazit: Wir hatten von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Das Altonaer Museum nicht. Es war Torkild
Hinrichsen, der davon sprach, dass unsere drei Seiten umfassende Konzeptskizze für den momentanen Planungsstand völlig ausreichend sei und er mit uns gemeinsam durchsetzen möchte, dass „unsere Ausstellung“ im Altonaer Museum gezeigt werden kann.
Und: Wir hatten mit Widerstand aus der Stiftung gerechnet und mit keiner großen Unterstützung aus dem Kreis der MitarbeiterInnen des Altonaer Museums. Niemals aber wäre uns der Gedanke gekommen, dass uns ein Schauspiel, wie das heute inszenierte geboten werden würde.
Das ist menschlich sehr enttäuschend und es ist vor allem eine Beleidigung unserer Intelligenz und unseres Know- hows. Man hat uns „besprochen“, als könnten wir nicht bis zwei zählen. So etwas, finden wir, macht man nicht und mit Leuten, zumal mit Menschen, die Kreativität, Kraft und Können in das Rettungsprojekt Altonaer Museum gesteckt haben. Kann man nach einem solchen Affront überhaupt noch weiter mit jenen kooperieren, von denen der Affront ausging?
Auch wenn wir die Ausstellung primär zu Steigerung der Attraktivität des Museums konzipiert hatten, sollten wir nicht auf die Ausstellungsidee verzichten, nur weil das Altonaer Museum momentan nicht will. Das meinen wir aus der „Ausstellungs- Vorkämpfergruppe“.
Dies werden wir auf unserem BI-Treff am 1. September besprechen. Und auch diskutieren über eine Neubestimmung in Hinblick auf die Realisierung unserer Ausstellungsidee.

Aram Ockert, für die TeilnehmerInnen der BI

Anbei findet sich das Protokoll des Museums über die hier geschilderte Sitzung.

Protokoll
Termin: Montag, der 22.08.2011, 14 bis 14.30 Uhr
Thema: Realisierung einer Ausstellung „Monumente der Anti-AKW-Bewegung in Norddeutschland“ (an das Altonaer Museum herangetragen aus dem Kreis der Bürgerinitiative „Altonaer Museum bleibt“)
Vorbemerkung: Die Ausstellungsidee ist im April 2011 an das Altonaer Museum herangetragen worden, es hat ab Mai 2011 mehrere Treffen zwischen der Museumsleitung und den Beteiligten aus der Bürgerinitiative gegeben mit dem Ziel, aus einer Gedankenskizze ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten. In der Zwischenzeit hat die Museumsleitung die Ausstellungsidee intern und extern diskutiert, um die Entscheidungsfindung voranzutreiben. Dieser Prozess ist mittlerweile abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden den Vertretern der Bürgerinitiative am 22.08.11 mitgeteilt.
Teilnehmer: Dieter und Antje Kröger, Aram Ockert, Sven Reumann (Bürgerinitiative „Altonaer Museum bleibt“)
Prof. Dr. Torkild Hinrichsen, Dr. Vanessa Hirsch, Burkhard Jodat, Ursula Richenberger, Dr. Nicole Tiedemann-Bischop (Altonaer Museum)
Ursula Richenberger eröffnet die Sitzung, begrüßt die Teilnehmer und erläutert, dass die Leitung des Altonaer Museums den internen und externen Diskussionsprozess hinsichtlich der Realisierbarkeit einer Ausstellung über die Anti-AKW-Bewegung mittlerweile abgeschlossen habe und dass nun die Ergebnisse kommuniziert werden sollen. Um ein möglichst breites Spektrum der Positionen innerhalb des Museums abzubilden, nehmen an dem Treffen Burkhard Jodat als Sammlungsverwalter, sowie Vanessa Hirsch und Nicole Tiedemann-Bischop als Vertreter der Wissenschaftler teil. Sie selbst werde
das Treffen moderieren.
Burkhard Jodat dankt den Mitgliedern der Bürgerinitiative für Ihr Engagement im Kampf für den Erhalt des Altonaer Museums und referiert die Einschätzung der Mitarbeiterschaft:
▀ Es wird kein Bezug zu den Sammlungen des Altonaer Museums gesehen. ▀ Die Text-Lastigkeit der Exponate steht einer publikumswirksamen Ausstellung entgegen,
da Museumsbesucher ungern lange Texte lesen. ▀ Die personelle Überschneidung zwischen der politischen Unterstützung im Kampf für
den Museumserhalt und der Realisierung einer Ausstellungsidee macht eine Entscheidung für das Altonaer Museum aus moralischen Gründen schwierig. Dennoch muss die inhaltliche Einschätzung des Projekts über der Verpflichtung gegenüber der Bürgerinitiative stehen.
▀ Die Ausstellung scheint sehr einseitig politisch aus der Sicht der Atomkraftgegner zu werden und kann daher zu öffentlicher Kritik am Altonaer Museum führen.
Prof. Hinrichsen berichtet, dass das sehr vielschichtige Thema zu einer Zeit, in der die Profilbildung der Häuser der Stiftung Historische Museen Hamburg noch nicht abgeschlossen sei, ausgesprochen schwer in Einklang mit dem Auftrag des Altonaer Museums zu bringen sei. Im Übrigen sei ein kulturgeschichtliches Museum für ein derart dynamisches und hochdiskutables Thema nicht der richtige Ort.

Vanessa Hirsch trägt eine wissenschaftliche Einschätzung der Ausstellungsidee vor:
▀ Die Debatte pro oder contra Atomkraft ist bis heute Thema der Tagespolitik. Wie genau will sich die Ausstellung in dieser Debatte verorten? Im vorliegenden Konzeptpapier ist die Rede davon, dass im Wesentlichen die privaten Archive ehemaliger Anti-AKW- Aktivisten als grundlegendes Quellenmaterial herangezogen werden sollen. In welcher Form werden die Standpunkte der AKW-Befürworter in der Ausstellung repräsentiert sein?
▀ Als Institut in öffentlicher Trägerschaft muss sich das Altonaer Museum in tagespolitischen Fragen neutral verhalten – auf jeden Fall müssen beide Seiten angemessen vertreten sein. Das Altonaer Museum ist auf keinen Fall Beitragender zur Debatte für oder gegen die Atomkraft. Eine Ausstellung mit tagespolitischer Aussage muss an einem Ort stattfinden, der für eine politische Debatte auch geeignet ist.
▀ Nach Konzeptstand Mai 2011 liegt der Fokus der Ausstellung auf dem 28. Februar 1981 als Kulminationspunkt der Demonstrationen gegen das AKW Brokdorf: „Der Blick der Ausstellung führt von heute aus auf dieses Symbol und auf seine Problemfelder und Ursachen“. Dies entspricht nicht der gängigen Methodik kulturgeschichtlicher Ausstellungen. Eine „Museumsausstellung“ würde fragen, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die Atomkraft zu einem politischen Thema wurde. Sie würde außerdem fragen, welche vergleichbaren Phänomene bei der Einführung einer neuen Technik sich in der norddeutschen Kulturgeschichte finden lassen, z.B. bei der Einführung der Eisenbahn oder der Dampfkraft. Außerdem wäre das Phänomen in eine geistesgeschichtliche Tradition der Technikfeindlichkeit einzuordnen, z.B. Strömungen der Heimatschutzbewegung und des Jugendstils um 1900 bzw. deren Vorläufer in der deutschen Romantik. Eine weitere Fragestellung würde vergleichbare Phänomene des „Protestes von unten“ in der norddeutschen Geschichte (von Hungermärschen über Streiks bis zur Studentenbewegung) berücksichtigen. Abschließend würde der „Kampf gegen Brokdorf“ und seine Ergebnisse als kulturgeschichtliches Phänomen bewertet werden.
▀ Nach bisherigem Kenntnisstand stellen Flugblätter, Korrespondenzen und Plakate den Großteil der Exponate. Erfahrungsgemäß ist sog. „Flachware“ schwer zu inszenieren. Die Ausstellung besteht zu weiten Teilen aus sog. „Textexponaten“ – schwierig in einer Zeit, in der das Publikum in Ausstellungen ungern liest. Es ist unklar, welche dreidimensionalen Objekte gezeigt werden sollen, ebenso ungeklärt ist die Frage, mit welchen Objekten die Stimmen der „AKW-Befürworter“ vertreten sein könnten.
Nicole Tiedemann -Bischop berichtet, dass man dennoch intern Recherchen angestellt habe, an welchen alternativen Orten die Ausstellung gezeigt werden könnte. Sie habe bereits erste Gespräche mit einigen der genannten Institutionen geführt. Stets sei betont worden, politische Neutralität sei unabdingbare Voraussetzung einer Realisierung.
Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf Schloss Gottorf Stiftungsvorstand: Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim (Leitender Direktor)
Dr. Jürgen Fitschen (Direktor) D-24837 Schleswig
+49(0)4621 – 813 0 oder
+49(0)4621 – 813 222 (Information) +49(0)4621/813 535 (Fax) info@schloss-gottorf.de
Volkskundemuseum Schleswig Carsten Fleischhauer, Guntram Turkowski Volkskunde Museum Schleswig Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf Hesterberg 24837 Schleswig Tel.: 04621/9676-0 Fax: 04621/9676-34 http://www.schloss-gottorf.de/volkskunde-museum-schleswig/ausstellungen/krawall- 1/krawall
Detlefsen Museum im Brockdorff-Palais Dr. Catharina Berents Am Fleth 43 25348 Glückstadt
Tel. 04124-937630 Fax 04124-980465 www.detlefsen-museum.de
Schwedenspeichermuseum Stade Dr. Sebastian Möllers M.A. (Museumsdirektor) Museumsverein Stade e.V. Wasser West 39
D-21682 Stade
T +49 (0)4141 79 773 0 F +49 (0)4141 79 773 99 info(at)museen-stade.de www.museen-stade.de
Heimatmuseum Brunsbüttel Markt 4 25541 Brunsbüttel Tel.: 04852-7212
oder über VHS-Geschäftsstelle 04852-51222
Betreiberin des Museums: Volkshochschule Brunsbüttel e.V. Max-Planck-Str. 9-11 25541 Brunsbüttel
Tel. 04852 – 51222
Fax: 04852 – 54232
Elbeforum Brunsbüttel Von-Humboldt-Platz 5 25541 Brunsbüttel Tel: 0 48 52 / 54 00 17 Fax: 0 48 52 / 54 00 44 E-Mail: stadtgalerie@stadtgalerie-brunsbuettel.de
Burkhard Jodat berichtet von der derzeit im Volkskundemuseum Schleswig gezeigten Ausstellung „Krawall“, die ein breites Spektrum des „Protestes von unten“ vorstelle und auch die Demonstrationen vor Brokdorf aufgreife anhand der Frage, in welcher Form Gewalt im Zusammenhang mit politischem Protest eingesetzt werden dürfe, sei es von Seiten des Staates oder sei es von Seiten der Demonstranten. Das Spektrum der Ausstellung reiche von Hungermärschen in Husum um 1850 bis hin zur aktuellen Diskussion um Gewalt in Fußballstadien. Inhaltlich ähnele die Ausstellung stark der von Vanessa Hirsch vorgetragenen möglichen Gliederung für eine wissenschaftlich fundierte Anti-AKW-Ausstellung.
Aram Ockert nimmt diese Rückmeldung von Seiten des Altonaer Museums zur Kenntnis und wird dem Plenum der Bürgerinitiative „Altonaer Museum bleibt“ davon berichten. Welche Schritte dann als nächstes geplant seien, würde dort besprochen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Konzept zur Neugliederung der Stiftung Historischer Museen Hamburg

Konzept SHMH Inhaltsverzeichnis 2011 06 23

Konzept SHMH Text 2011

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Eckpunkte für das weitere Verfahren zum Gesamtkonzept für die Stiftung Historischer Museen Hamburg

Eckpunkte – PDF

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Die Bürgerinitiative hat am 01.09.2011 auf ihrer ordentlichen Sitzung nachfolgende Erklärung diskutiert und beschlossen:

 

Gängeviertel:

Kein Weg mit der StEG

 

Die Bürgerinitiative Altonaer Museum bleibt! verurteilt die Versuche der Stadt, ausgerechnet die von der Stadt im Rahmen eines sog. Management-buy-out privatisierte StEG als Sanierungsträger im Gängeviertel einzusetzen und sie zugleich als Treuhandverwalter des dortigen, städtischen Vermögens fungieren zu lassen.

Am 1. Juni d.J. hat die StEG (Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg mbH) versucht dem Trägerverein Marktstrasse 138 eine Veranstaltung im Rahmen des Kongresses Recht auf Stadt zu untersagen an dem auch unsere Initiative die Ehre hatte teilzunehmen. Damals schrieb die StEG: „Wie wir mit Ihnen vereinbart haben, können die Flächen in der Marktstraße 138 temporär für künstlerische Zwecke durch den Verein genutzt werden. Politische Veranstaltungen in diesem Rahmen würden unseren bisherigen Absprachen nicht entsprechen und wären ein Missbrauch der zur Verfügung gestellten Flächen.”

Die Kunstinitiative Große Freiheit erteilte daraufhin den Kulturfreunden der StEG ein wenig Nachhilfe in Verfassungsrecht: „Diese Sätze stellen einen eklatanten Versuch dar, künstlerische Arbeit  (“künstlerische Zwecke”) inhaltlich zu zensieren, und damit eine Verletzung der Freiheit der Kunst im Sinne von § 5 Grundgesetz“.

Dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer vielleicht, dass sich die StEG im Zusammenhang mit sozialer Stadtteilentwicklung und Kultur nachdrücklich als ungeeignet empfohlen hat.

Finger weg, vom Gängeviertel und Schluss mit der wettbewerbswidrigen Privilegierung einer Privatgesellschaft mit dem irreführenden Titel „Stadtentwicklungsgesellschaft“.

Die Bürgerinitiative Altonaer Museum bleibt! solidarisiert sich nachdrücklich mit den Freunden aus dem Gängeviertel und ist „zu jeder Schandtat bereit“, sie bei ihrem Kampf gegen Bevormundung zu unterstützen!

Aram Ockert, Sprecher der Initiative,  Phone 0163-90 29 302

erklärung der bi zur steg als PDF

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Das Sommermärchen

Herunterladen: PDF DOC

Elines Wundertruhe und ein Museum in Seenot

von Antje Kröger-Voss

Es ist Herbstanfang, ein wunderschöner Nachmittag im September 2010. Friedlich und ein wenig verträumt, manche sagen sogar verschnarcht, liegt unser allseits geliebtes Altonaer Museum an der Parkanlage und lässt sich von der Sonne bescheinen. Links vor dem Museum sieht man einen Drachen und einen Lindwurm. Sie sind schon sehr alt.Wie ihr alle wisst, bewachen Drachen auch immer Schätze. Ja, und davon gibt es viele im Altonaer Museum. Wertvolle Sachen wurden gesammelt wie Hausrat, Silber, Porzellan, Glas, Schmuck, Bilder, Möbel. Ach, die Leute brachten ihre besten Sachen dorthin, damit sie der Nachwelt erhalten blieben, von den kommenden Generationen bestaunt und bewundert würden. Aber nicht nur das. Es soll auch gezeigt werden, wie man früher gelebt und gearbeitet hat, hier vor allem im norddeutschen Raum.

Ein wichtiger Wirtschaftszweig war der Fischfang. So wird denn der Museumsbesucher in einer großen Säulenhalle an lauter Schaukästen mit Fischkuttern und Fischerbooten vorbei geführt, sogenannten Dioramen, und erfährt etwas über die unterschiedlichsten Fischfangmethoden vom ausgeworfenen Netz hin bis zu langen Leinen mit unzähligen Angeln daran. Und was es da alles zu bestaunen gibt! Aale, Störe, ein ganzer Heringsschwarm, der sich in einem Netz verfangen hat. Auch die Muschelbänke und die Plattfische am Meeresgrund bleiben dem aufmerksamen Betrachter nicht verborgen.

Ehrfurchtsvoll betritt der Besucher dann den großen Saal mit den Galionsfiguren, eine schöner als die andere, den Oberkörper stolz aufgerichtet und den Blick unerschrocken in die Ferne gerichtet, kündend von Aufbruchstimmung , Tatendrang und Abenteuerlust. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Die Volksinitiative ALTONAER MUSEUM BLEIBT ist zur Anhörung ins Rathaus eingeladen. Am 10. Juni 2011 tagt der Kuturausschuss ab 17:00 Uhr in Raum 151. Erster Tagesordnungspunkt: unsere Volksinitiative, deren Zustandekommen der Senat mit Drucks. 20/244 festgestellt hatte. Die Sitzung ist öffentlich. Unsere Stellungnahme siehe unten.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Stellungnahme der Volksinitiative für die Bürgerschaft (10.06.2011)

Die Volksinitiative ALTONAER MUSEUM BLEIBT, als Teil der Vielfalt der Hamburgischen Museumslandschaft erklärt, dass der Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Hamburgischen Museumsstiftungsgesetzes

nunmehr folgende Fassung erhalten soll:

1. § 2 Absatz 1 wird wie folgt geändert:
Zweck der Stiftungen ist die Führung und der Erhalt der in § 1 Abs. 1 Satz 1 genannten Museen als öffentliche Einrichtungen der Kultur, der Bildung und der Wissenschaft.

2. § 17 wird wie folgt geändert:
Die Stiftungen unterstehen der Rechtsaufsicht der für die Kultur zuständigen Behörde.

Der bisherige 2. Absatz in unserem Vorschlag wird nicht aufrecht erhalten und ist daher zu streichen:

§ 3 Absatz 1 wird wie folgt geändert:
Die Stiftungen erhalten ein Stiftungsvermögen, das aus dem Eigentum an der Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie den Sammlungen der ehemaligen staatlichen Museen beziehungsweise der Gesellschaft zur Förderung des Helmsmuseums besteht. Werden die Museen auf städtischem Grund betrieben, geht dieser mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes in das Eigentum der Stiftungen über.

Begründung

Intention und Hauptanliegen der Volksinitiative ist der Erhalt des Altonaer Musuems in der Vielfalt der Historischen Museen Hamburgs.

Nach dem vielfältigen und großen Protest gegen die Schließung des Altonaer Museums, nach der Willensbekundung aller jetzt in der Bürgerschaft vertreten Parteien für den Erhalt der Historischen Museen während des Wahlkampfes und nun schließlich nach Erbringung von 24. 482 Unterschriften für die Volksinitiative, sollte der Wunsch nach dauerhaftem Erhalt des Altonaer Museums und der übrigen Museen der Stiftung in Form der vorgelegten Gesetzesänderung vollzogen werden.

Wir halten es mittlerweile für einen Fehler, dass § 1 (1) 4. des Hamburgischen Museumsstiftungsgesetzes bestimmt, dass die Freie und Hansestadt Hamburg unter den Namen

Historische Museen Hamburg, bestehend aus dem Museum für Hamburgische Geschichte, dem Altonaer Museum in Hamburg – Norddeutsches Landesmuseum, dem Helms-Museum – Hamburger Museum für Archäologie und die Geschichte Harburgs und dem Museum der Arbeit

eine rechtsfähige Stiftungen des öffentlichen Rechts mit Sitz in Hamburg errichtet wurde.

Daher wäre die weitere Zuführung von Vermögensmasse in diese Stiftung kontraindiziert.

Damit ist unsere Kritik, dass die Überführung der staatlichen Museen in unabhängige Stiftungen des öffentlichen Rechts[1] nie konsequent umgesetzt worden ist, nicht hinfällig. Die durch das Hamburgische Museumsstiftungsgesetz  umgesetzte Rechtslage hat mit dem herkömmlichen Verständnis öffentlichen Stiftungsrechts nichts zu tun, für das die folgenden Grundsätze gelten:

▀        Bei Stiftungen öffentlichen Rechts handelt es sich um Organisationen der Verwaltung eines ihnen vom Stifter endgültig anvertrauten, im Substanzwert zu erhaltenden Vermögens, mit dessen Erträgen ein bestimmter Zweck gefördert werden soll[2]; anders formuliert: die Stiftung ist ein zweckgebundenes Sondervermögen mit dauerhafter organisatorischer Verselbständigung[3].

▀        Die Gestaltung des Stiftungslebens ist grundsätzlich Sache der Stiftung; der Einfluss des Stifters beschränkt sich auf den Stiftungsakt[4].

▀        Für die öffentlich-rechtliche Stiftung ist es charakteristisch, dass das Vermögen der Stiftung – anders als bei der Anstalt öffentlichen Rechts – von vornherein abschließend an einen durch den Gründungsakt festgesetzten Zweck zugunsten Dritter gebunden ist[5]

▀        Aus diesem Grund lässt sich eine Stiftung nur bei Vorliegen besonderer, eng umrissener Voraussetzungen (Gefährdung des Gemeinwohls, Unmöglichkeit der Zweckerfüllung – so die entsprechenden Formulierungen in § 87 BGB) aufheben[6].

Gleichwohl meinen wir, dass dieser Streit zu einem anderen Zeitpunkt zu führen ist, da die Frage nach der juristischen Person, der Frage nach der richtigen Form nachgelagert ist.

Wir sind zur Überzeugung gelangt, das die Stiftung Historische Museen in Hamburg ein zu enges Korsett für die Beteiligten vier Haupthäuser geschnürt hat und von daher wieder aufgelöst werden sollte.

Ob sich die vier Haupthäuser sodann als Einzelstiftungen oder in einer anderen Rechtsform konstituieren, halten wir erst einmal für nachrangig, weswegen wir der Einfachheit halber argumentativ im Rahmen des Hamburgischen Museumsstiftungsgesetz verbleiben und von der Fortführung als Stiftung ausgehen.

Die gemeinsame Stiftung der Historischen Museen in Hamburg hat die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen können.

Was den Häusern durch die gemeinsame Stiftung fehlte, war ein hinreichendes Maß an Autonomie aus der heraus sich der Wunsch nach Zusammenarbeit mit den anderen Häusern ergeben konnte.

Wir meinen, dass der Grad der Autonomie soweit erhöht werden muss, dass die Häuser über Mittelverwendung und Konzeptionierung selber entscheiden können. Dies schon deswegen, weil die Idee der Beteiligung interessierter Bürger an der Museumsgestalt schon längst aus dem Schatten reiner Fördervereine herausgetreten ist und Bürgerpartizipation im musealen Rahmen, wie momentan in Altona zu besichtigen, bedeuten kann, dass Bürger mit ihrem Museum in den direkten Dialog über die richtige Positionierung bis hin zu tatsächlichen, gemeinsamen Vorhaben kommen.

Ohne die Verbindlichkeit getroffener Vereinbarungen wird dies auf Dauer nicht funktionieren können. Das Museum muss im Rahmen von nach wie vor von außen gesetzten Begrenzungen (und Ermöglichungen) wie z.B. den Mittelzuweisungen selbständig entscheiden können.

Hierzu gehört insbesondere die Ermöglichung von Vorhaben, die es vermögen, den eigenständigen Charakter eines Museums zu betonen und hervorzuheben.

Aram Ockert, Peter Schwanewilms, Dr. Elisabeth von Dücker


[1] „Sicherheit durch eine dauerhafte gesetzlich begründete Form der Verselbständigung von Kultureinrichtungen“ – so noch die Begründung des Museumsstiftungsgesetzes, Bürgerschafts-Drucksache 16/1537, S. 4.

[2] Wolff/Bachof/Stober, Verwaltungsrecht – Band 3, 5. Aufl., München 2004, S. 481.

[3] Wolff/Bachof/Stober a.a.O., S. 485.

[4] Wolff/Bachof/Stober a.a.O., S. 481.

[5] Wolff/Bachof/Stober a.a.O., S. 484.

Streiocvhen:[6] Wolff/Bachof/Stober a.a.O. S. 484.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Auf der Zielgrade

Die BI “Altonaer Museum bleibt!” proudly presents:

Pressemitteilung des Senats
19. April
2011/bis19a                                                                                
 ”Volksinitiative  ” ALTONAER MUSEUM BLEIBT ” ,
als Teil der Vielfalt der Hamburgischen Museumslandschaft“ zustande gekommen
 Der Senat hat heute das Zustandekommen der  Volksinitiative „ALTONAER MUSEUM BLEIBT, als Teil der Vielfalt der Hamburgischen Museumslandschaft“ festgestellt. ”

Damit sind wir auf der Zielgraden.
Herzlichen Dank an alle Unterstützer und Unterstützerinnen und an alle Unterzeichner und Unterzeichnerinnen.
Die Bürgerschaft hat die Gespräche über die Zustimmung zu unserem Volksbegehren an den Kulturausschuss überwiesen. Wir vertrauen den im Wahlkampf vom jetzigen Ersten Bürgermeister, Olaf Scholz, gegebenen Zusagen, dass die Standorte und die gedeihliche Arbeit der Historischen Museen in Hamburg gesichert sein werden und werden in diesem Sinne zügig, wenn erst die Arbeitsfähigkeit des Kulturausschusses hergestellt sein wird, zu einer Vereinbarung im Sinne der Volksinitiative kommen.

Weiter mit der PM des Senats. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Solidarität mit KoALA/La Cantina-Brief an Olaf Scholz

Sehr geehrter Herr Scholz.
unsere  Bürgerinitiative “Altonaer Museum bleibt!” genießt für ihre wöchentlichen Treffen seit November 2010 die Gastfreundschaft in der “La Cantina”, einer Einrichtung des Beschäftigungsträgers KoALA.

Das ist nur ein Beispiel dafür, wie die Maßnahmen und Institutionen von Beschäftigungsträgern, den sozialen Zusammenhalt und das politische Leben in den Stadtteilen ermöglichen und befruchten. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

BI beteiligt sich an: “Lesetage selber machen”

Das im Altonaer Museum ansässige und eingemietete “Kinderbuchhaus” und der unabhängig betriebene gastromische Betrieb dort “Vierländer Kate” haben ihre Räumlichkeiten den sog. “Vattenfall Lesetagen” zur Verfügung gestellt.
Dazu mögen inhatliche oder auch nur ökonomische Gründe dieser vom Altonaer Museum unabhängigen Institutionen beigetragen haben, die wir hinnehmen müssen.

Wir von der BI”Altonaer Museum bleibt!” fragen uns allerdings mit den Initiatoren und anderen Veranstaltern der Alternativ-Veranstaltung “Lesetage selber machen-Vattenfall Tschüss sagen” (tolles Programm: http://lesetage-selber-machen.blogspot.com )

“Muss eine sinnvolle und beliebte Veranstaltung wie die “Hamburger Lesetage” in den Händen eines Konzerns liegen, der mit seinen Aktivitäten die Gesundheit aller bedroht?

Wir sagen: JA zu Lesetagen in Hamburg, NEIN zu Vattenfall.
Deshalb gibt es vom 06.-15. April 2011 erstmals die Aktion “Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen”.

Die BI “Altonaer Museum bleibt!” beteiligt sich deshalb in ihrer Tradition des bürgerschaftlichen Engagements mit einer Lesung eines Autors aus ihren Reihen in unserem wöchentlichen Treffpunkt an dieser Alternativ-Veranstaltung:

Robert Jarowoy. Das Bismarckbad und seine Folgen. Krimilesung
14. April um 19  Uhr im La Cantina. Hohenesch 68.

Außerdem möchten wir aufmerksam machen auf die Veranstaltungen Lesen ohne Atomstrom mit Günter Grass, Nina Hagen und Feridun Zaimoglu:

Donnerstag, 7. April 2011, 20.00 Uhr: Feridun Zaimoglu liest in der Buchhandlung im Schanzenviertel
Samstag, 9. April 2011, 19.00 Uhr: Nina Hagen tritt in einer konzertanten Lesung vor dem Atomkraftwerk Krümmel auf
Sonntag, 10. April 2011, 11.00 Uhr: Günter Grass liest und diskutiert mit dem langjährigen Chefredakteur des Deutschlandfunk, Rainer Burchardt, vor dem Vattenfall-Reaktor in Krümmel

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Wir „Wutbürger“ und ein Philosophieprofessor aus Kiel. Eine Kontroverse


Im Disput:
Ralf Konersmann (Uni Kiel) und Aram Ockert (BI Altonaer Museum bleibt!)

Die Widerspenstigkeit der Wutbürger
Ralf Konersmann

Die Stimmung im Land hat sich gedreht. Der Schnelldurchlauf durch die Jahre der Republik macht das Ausmaß der Veränderung, deren Zeugen wir heute sind, schlagend deutlich: Nach einer im Rückblick erstaunlich kurzen Phase des Wegsehens und der kollektiven Anästhesie setzte vor rund 50 Jahren eine Phase des Hinsehens und der moralischen Aufmerksamkeit ein, eine Phase der Kritik. Nachdem sie eben noch als Miesmacherei und Nestbeschmutzung geschmäht worden war, nahm nun jedermann für sich in Anspruch, kritisch zu sein. Die Republik demokratisierte sich von unten, Kritik wurde selbstverständlich.

Inzwischen ist diese Wertschätzung verblasst oder genauer: Die Kritik hat sich verändert, sie ist dem Ärger, dem Unwillen und der Wut immer ähnlicher geworden. Wir leben in Tagen des Zorns.

Die neue Renitenz der “Wutbürger” hat ihre eigene Sprache, ihre eigene Symbolik und Dramaturgie. Auf der Bühne des wutbürgerlichen Weltbildes herrscht eine klare Hierarchie zwischen “denen da oben” und den Gerechten hier unten, die nicht die Macht, dafür aber die Moral auf ihrer Seite wissen. Diese neue, postkritische Wut ist der Fanatismus der Saturierten. Sie fühlen sich gekränkt, wollen sich nun nichts mehr bieten lassen und proben aus einem tiefen, jäh sich Bahn brechenden Groll heraus den Aufstand.

Die Frage ist also nicht und gerade nicht, ob die Wut im Recht ist oder ob ihr Widerstand gegen Atommeiler, bauliche Gigantomanie und Sparpolitik begründet ist. Das Problem besteht vielmehr darin, dass die Wut eine Einstellung vorgibt, die denjenigen, der sie teilt, immer schon und unter allen Umständen ins Recht gesetzt hat.

Auf seiner eigenen Bühne ist der Wütende, und nur er allein, im Besitz der Wahrheit, der Ausschluss selbst des leisesten Zweifels ist garantiert. Im Gegenzug bringt die Wut den Abstand zwischen ihm und den großen Problemen der Welt da draußen zum Verschwinden und gestattet es ihm, unmittelbar und zu seinen Bedingungen an ihnen teilzuhaben. Die jüngsten Berichte aus Japan, die über das Leid der Menschen schnell hinweg waren, um die Atomangst des deutschen Zuschauers bedienen zu können, sind Spiegelbilder dieser Einstellung und ihrer spießbürgerlichen Egozentrik. Fast schien es, als seien diejenigen die wahren Opfer, die hierzulande, weit weg von den Ereignissen, den allabendlichen “Brennpunkt” verfolgten. Dass hier, auf der anderen Seite des Globus, Geigerzähler zum Verkaufshit wurden, zeigt das ganze Ausmaß der Verwirrung.

Kritik ist anders. Sie ist eine Sache der Distanz und bezweifelt, gleichsam von Amts wegen, dass die Angst eine gute Ratgeberin sei. Kritik fordert einen kühlen Kopf, sie verlangt Sachverstand, Gesprächsbereitschaft, Urteilskraft. Gewiss verfehlte auch die Kritik, und zumal die attitüdenhafte Kritik der Achtundsechziger, regelmäßig ihren Anspruch. Was jedoch jetzt an ihre Stelle zu treten droht, ist keine Alternative, sondern der Inbegriff dieser Verfehlungen. Die öffentliche Wut ist rechthaberisch, starrsinnig, selbstgerecht, hysterisch.

Als Kulturphänomen betrachtet, ist die neue Renitenz dennoch aufschlussreich. Sie gibt uns zu verstehen, dass ein bestimmter Typus der Kritik, der Typus der Bescheidwisserei und der intellektuellen Arroganz, sich überlebt hat. In einem himmelblauen, hunderttausendfach verkauften, doch offenbar kaum gelesenen Büchlein hat jetzt der französische Publizist Stéphane Hessel auf die mentalen Verschiebungen, die sich so und ähnlich in ganz Westeuropa beobachten lassen, reagiert. Hessel spricht von Empörung, und diese “indignation” ist etwas ganz anderes als die Renitenz der Wutbürger.

Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass sich die Empörung nicht als persönliche Betroffenheit inszenieren muss. Sie ist frei, sie ist egalitär, sie bleibt offen für politisches Augenmaß und wählt ihre Anlässe selbst. Während die Wut immer nur um denjenigen kreist, der sich ihr hingibt, bleibt die Empörung an die Sache selbst gebunden und hat nichts zu fürchten – es sei denn die Lethargie. Die Empörung, und nicht die Wut, ist die legitime Erbin der Kritik.

* * *

Die Gespreiztheit des Philosophen Konersmann und die Widerspenstigkeit der Wutbürger
Aram Ockert

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert , es kommt aber darauf an, sie zu verändern, sagt Karl Marx in seiner 11. und letzten These zu Feuerbach.

Konersmann, Philosoph und Professor aus Kiel kommt da aus entgegengesetzter Richtung um die Ecke, er will, dass auch niemand anderes die Welt verändert, vor allem nicht der Wutbürger, dem er den „Fanatismus der Saturierten“ zuschreibt.

Ist schon der „Wutbürger“ eine Kunstfigur des Feuilletons, so ist die Beschäftigung des Professors aus Kiel noch artifizieller als der Begriff selbst.

Worum geht es? Ihm missfällt, dass die Kritik eine individuelle Dimension hat, dass der Bürger sich „verarscht“ fühlt und Wut generiert, statt empört zu sein. Er singt das hohe Lied der Kritik aber doch nur als distanzierte Betrachtung der Welt: „Kritik ist anders. Sie ist eine Sache der Distanz und bezweifelt, gleichsam von Amts wegen, dass die Angst eine gute Ratgeberin sei. Kritik fordert einen kühlen Kopf, sie verlangt Sachverstand, Gesprächsbereitschaft, Urteilskraft. Gewiss verfehlte auch die Kritik, und zumal die attitüdenhafte Kritik der Achtundsechziger, regelmäßig ihren Anspruch. Was jedoch jetzt an ihre Stelle zu treten droht, ist keine Alternative, sondern der Inbegriff dieser Verfehlungen. Die öffentliche Wut ist rechthaberisch, starrsinnig, selbstgerecht, hysterisch“.
Um sich nicht mit dem Inhalt der kleinen Schrift von Stéphane Hessel „Empört Euch!“ auseinandersetzen zu müssen, behauptet er kurzerhand, die Schrift sei offenbar kaum gelesen und Hessels Empörung sei das Gegenteil der Bürgerwut: „Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass sich die Empörung nicht als persönliche Betroffenheit inszenieren muss. Sie ist frei, sie ist egalitär, sie bleibt offen für politisches Augenmaß und wählt ihre Anlässe selbst. Während die Wut immer nur um denjenigen kreist, der sich ihr hingibt, bleibt die Empörung an die Sache selbst gebunden und hat nichts zu fürchten – es sei denn die Lethargie“.

Was für ein Aufwand, um den Umstand zu vertuschen, dass die Wahrnehmung der Menschen, dass ihre Interessen, im Zweifel denen der großen Kapital- und Geldbesitzer untergeordnet sind, nicht nur einem dummen Gefühl des Pöbels entsprechen, sondern schlicht Erfahrungswissen geworden sind.

Mussten die viel gescholtenen Achtundsechziger noch aus dem marxschen Wertgesetz und der theoretischen Bestimmung des Staates als ideellen Gesamtkapitalisten, ableiten, dass Staat und Politik eben nicht neutral sind, wie es behauptet wird, so vergeht heute keine Woche, in der „die Politik“ nicht den Beweis lieferte, dass es genau so ist.

Bei Bürgern, die sich der Verwandlung des Sozialstaates in eine Transferveranstaltung zugunsten der Stärksten verweigern und diese Politik als zutiefst ungerecht empfinden, entsteht die persönliche Betroffenheit wie von selbst, schon weil Arbeitslosigkeit mittlerweile mit der Aussicht verbunden ist, innerhalb eines Jahres in den Status des „Sozialhilfeempfängers“ zu rutschen und Arbeitslosigkeit heutzutage fast jeden betreffen kann auch wenn es nicht jeden trifft.

Trotzdem fehlt den Wütenden, denjenigen also die sich empören keineswegs das politische Augenmaß. Das unterscheidet sie von den Knechten der wirtschaftlichen Starken. Sie haben längst jedes Maß verloren, wie der sog. „Euro-Rettungsschirm“, die Laufzeitenverlängerung für Atomkraftwerke oder, um etwas ganz Kleines zu erwähnen, die Hochsetzung der Grenzwerte für radioaktiv belastete Lebensmittel per Eilverordnung durch die EU (297/2011 vom 27.03.2011) beweisen.

Konersmann irrt, wenn er glaubt die kritischen und wütenden Menschen gäben sich ihrer Wut hin und kreisten um sich selbst. Im Gegensatz zu ihm haben sie ein politisches Ziel, dass sich von seinem Job im akademischen Narrenzug zur Begleitung der herrschenden Politik dadurch unterscheidet, dass sie die Gesellschaft verändern möchten. Ob dies gelingt ist nicht gewiss aber sie versuchen etwas und das mit Leidenschaft. Etwas, dass Konersmann offenbar Angst bereitet.

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Wir haben da einen Vorschlag….

Im Rahmen unserer Mitarbeit an zukünftiger Präsentation und Erweiterung des Altonaer Museums haben wir am Samstag, 26.3. einen Vorschlag veröffentlicht:
null

Mehr als 50 000 Menschen auf der Anti-Atom-Demo in Hamburg haben diesen Vorschlag begeistert aufgenommen und befürworten, dass die Atomenergie-Technik ähnlich wie andere verschwundene Techniken und Produktionsweisen nur noch im Museum präsentiert wird!

Argumentativ unterstützt wurde dieser Vorschlag durch die Erweiterung unseres Liedgutes durch unseren Kapellmeister Hans Bunge, vorgetragen durch den BI-Chor:

“Wir gehen mit unserer Laterne
gegen Merkels Atompolitik
Der Kernschmelz bleibe uns ferne
Atomenergie ist antik
(Alle rufen: ins Museum damit!)

Das Licht bleibt an, weiß jedes Kind
rabimmel, rabammel rabumm
durch Sonne, Wasser und Wind
rabimmel, rabammel, rabumm.”

Im NDR Hamburg Journal von der Demo ist kurz zu sehen, wie wir Singen auch im Gehen praktizieren.

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Offener Brief an Sigrid Berenberg vom Kultwerk West

PDF zum Herunterladen

15. März 2011

Liebe Frau Berenberg,

seit der Bekundung der Schließungsabsicht des Senats gegenüber dem Altonaer Museum haben Sie nicht viele Gelegenheiten ausgelassen, um unterschwellig bis offen gegen das Museum und seine MacherInnen Stimmungen zu produzieren oder zu bedienen, die diesem kulturbarbarischen Ansinnen Legitimität verleihen sollten.

Wir haben das stets mit großer Gelassenheit betrachtet, schon weil wir mit der Rettung des Museums gut ausgelastet waren. Nun aber ist es vielleicht doch einmal an der Zeit, Differenzen zwischen Ihnen und unserer Bürgerinitiative offen zu legen und damit einem vom Kultwerk West propagierten Gedanken des lebendigen Austausches zu folgen, der eben auch einmal Streit bedeuten kann, wie in diesem Fall.

Bereits am Tag der Offenen Tür des Altonaer Museums am 3. Oktober letzten Jahres ließen Sie es sich nicht nehmen, am Rande einer Podiumsdiskussion im Galionsfigurensaal („Sparzwang und Kultur-Harakiri – wohin führt die Hamburger Kulturpolitik“) Stimmung gegen das Museum zu machen.

Damit war Ihnen ein Platz beim später vom schwarzgrünen Senat veranstalteten Kulturgipfel gewiss. Wir mussten leider draußen vor Tür bleiben, aber das war und ist ja auch irgendwie nachvollziehbar.

Wie der Zufall es wollte, haben Sie dann unmittelbar nach diesem Gipfel passend zum Start unser Volksinitiative an uns bzw. Frau Kröger-Voss und ihren Mann geschrieben (mit Durchschrift an alle Fraktionen, Olaf Scholz etc.) und unter anderem darüber belehrt, dass wir zur Kenntnis zu nehmen hätten, „dass wir diese und andere Bürden nun auf unseren Schultern haben. Das ist unsere Realität, und damit gibt es weniger Geld – leider auch weniger Geld für die Zukunft der Museen“, nachdem Sie zuvor schrieben: „Wir können mit Fassungslosigkeit oder sogar Wut beklagen, welche finanzielle Bürde der Senat den Hamburgern mit der Rettung der HSH-Nordbank auferlegt hat, weil, wie Ex-Senator Freytag sagte, die HSH-Risiken eben Folge der “Bestellung eines Formel-1-Wagens” gewesen seien“.

Die CDU wird dies gerne zur Kenntnis genommen haben, während Sie es hätten besser wissen können, hat doch Dr. Strate bei Ihnen im Kultwerk bereits zweimal Vorträge über das HSH-Desaster gehalten. Die CDU hatte unter Ole von Beust die HSH-Nordbank zum Zocken angehalten (Renditeziele von mehr als 15 Prozent) und damit die Situation aktiv herbeigeführt, die nun eine Rettung notwendig machte, die übrigens zugleich eine Subventionierung der Reeder und Fondshäuser war, die von der Nichtbeitreibung von Forderungen der HSH-Nordbank gegen sie profitierten.

Warum geben wir diesem Aspekt hier Raum? Zum einen, weil sie ihn als belanglos abtun, „Aber die Wut ändert nichts daran, dass wir diese und andere Bürden nun auf unseren Schultern haben“, zum anderen, weil dies (HSH) und die sogenannte Bankenrettung auf Bundes- (SoFFin) wie Europaebene (750 Mrd. EUR-Schutzschirm) den Subtext für die Hervorbringung des „Wutbürgers“ bildet.

Ihre Haltung, die Bedingungen wie naturgegeben zu akzeptieren, ist eben nur manchmal richtig, und im vorliegenden Fall war sie ganz falsch, weil sie die Dimension der Legitimität von Politik kaltschnäuzig ausblendet und ausschließlich machtpositivistisch agiert.

Dabei soll gar nicht in Frage gestellt sein, dass Sie hiermit für Ihre Interessen bislang sehr gut klargekommen sind. Das Museum hätte ohne Konfrontation mit dem Senat und dem Bestreiten seiner Legitimität für die Kürzungen im kulturellen Bereich jedoch nicht gerettet werden können.

Dass Sie hieran kein Interesse hatten, lässt Ihre Position nachvollziehbarer, weil zweckrational erscheinen, macht Sie aber natürlich auch zu unser Gegnerin.

Sie schrieben damals: „Wir sind uns wohl einig, dass man unser Altonaer Museum nur retten kann durch eine grundlegende Neukonzeptionierung. Dieses neue Konzept muss den wirtschaftlichen Realitäten ins Auge sehen. Vielleicht wäre ein verkleinertes Altonaer Museum mit Kulturhauses Altonaer [sic] denkbar? Oder ein Kindermuseum mit breitem Kinderkulturangebot auf verkleinerter Fläche?“ Es bedarf nicht der Hellseherei, um zu begreifen, dass Sie bereits Ideen für die Nutzung der eingesparten Flächen hatten.

„Senatsüberlegungen zu einer möglichen Schließung des Altonaer Museums können für die Museumsleitung nicht völlig überraschend aufgetaucht sein in diesem Herbst. Gerüchte dazu gab es schon vor einigen Jahren. Damals haben wir Kultwerker diese Gerüchte aufgegriffen und uns deshalb bei der Kulturbehörde als Teilnehmer für einen möglichen Gedankenaustausch zur Zukunft des Altonaer Museums (vergeblich) angeboten“. Das war die Zeit vor Stuth. Jetzt waren Sie dabei. Sowohl bei dem „Kulturgipfel“ wie auch beim Runden Tisch zur Zukunft des Altonaer Museums. Ehe wir hierzu kommen aber noch einige anschließende Zitate aus ihrem Schreiben:

„Der Zusammenhang von Besucherzahlen und Museumskonzept ist bekannt. Ein Museumskonzept basiert nicht nur auf Etat und Sammlung. Jedes Museum braucht  für den Publikumserfolg mutige, zielgerichtete Macher/innen mit guten Ideen und mit einer Bereitschaft, auch ganz neue Wege zu gehen. Ebenso gebraucht werden solide Management-Fähigkeiten. Sogar ein Gespür für Trends bräuchte eine Museumsleitung. Gab es all das im Altonaer Museum in den letzten Jahren?“

Die Empathie, die Sie, liebe Frau Berenberg, für den Senat in Sachen HSH-Nordbank aufbringen, vermisst man schmerzhaft an dieser Stelle. Wenn Milliarden EUR Steuergeld verbrannt werden, sind das halt die Bedingungen, unter denen fortan Politik zu unseren Lasten gemacht werden muss. Wenn die historischen Museen in Hamburg notorisch unterfinanziert sind, dann ist die Folge einer gewissen Verödung ein Ausdruck unfähiger Museumsleitungen. So einfach kann die Welt sein. Und so schließt sich folgerichtig das hohe Lied auf Herrn Stuth und der Abgesang auf Frau von Welck an, ohne natürlich selbst Namen zu nennen:

„Ein Museum braucht auch eine übergeordnete Kulturbehörde, die gut hinschaut, sich verantwortlich fühlt und sich einschaltet, wenn Museumsleitung / Stiftung über Jahre den Niedergang der Besucherzahlen nicht stoppen können. Hatten wir die in den letzten Jahren?“

Wir hatten versprochen, auf den Runden Tisch Altonaer Museum zurückzukommen: Sie, liebe Frau Berenberg, waren, wie wir,  eingeladen, an einer neuen Konzeption mitzuarbeiten. Sie sind ohne eine Begündung den Arbeitssitzungen fern geblieben.

Nun, nachdem das Museum so gut wie gerettet ist, melden Sie sich wieder und erinnern: „…Überhört: Schon 2007 kam ein Bürgervorschlag für einen runden Tisch zur Neukonzeptionierung des besucherlosen Altonaer Museum“.

Sie können es nicht lassen. In einem Plädoyer für Reden, die nicht länger als 35 Minuten dauern mögen, schaffen Sie es, einen Affront gegen das Altonaer Museum unterzubringen. Cato Censorius lässt grüßen. Großzügig übersehen Sie dabei, dass das Museum im Jahr 2007 um die hundertausend zahlende und nichtzahlende BesucherInnen hatte.

Sollten Sie oder einer Ihrer MitstreiterInnen im Kultwerk West, in Anerkennung der Bedingungen der Weiterexistenz des Altonaer Museums, dereinst bereit sein, einen kritischen Diskurs über die Zukunft des Altonaer Museums zu führen, so würden wir uns einer Einladung sicherlich nicht verweigern und sehr gerne mit Ihnen über die Anforderungen eines modernen Museums reden.

Auf Sticheleien an ungeeigneter Stelle werden wir künftig nicht mehr eingehen und hoffen zugleich aber, dass Ihr Positivismus, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren, auch bei Ihnen in Sachen Museum zu mehr Gelassenheit führen wird.

Wir verbleiben,

mit freundlichen Grüßen

Dr. Elisabeth von Dücker

Peter Schwanewilms

Aram Ockert

SprecherInnen der Bürgerinitiative “Altonaer Museum bleibt!”

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

24 827 Bürger/innen haben das möglich gemacht. Danke !

Jetzt liegt der Ball bei der Bürgerschaft

Hamburger Abendblatt, Di., 8.3.2011 über die Übergabe der 24 827 Unterschriften:

Initiative sammelt 24.827 Unterschriften für Erhalt des Altonaer Museums.
Nicht immer ganz tonrein, dafür aber absolut textsicher sangen die 25 Mitstreiter der Bürgerinitiative “Altonaer Museum bleibt!” auf die Melodie des Hans-Leip-Songs “Einmal noch nach Bombay” ihre Protesthymne, als sie gestern Punkt 13 Uhr die Rathausdiele betraten. “Finger weg – von den Bücherhallen, Kürzung weg: so-fort! Finger weg – von Privattheatern, Finger weg von dem Deutschen Schauspielhaus! Finger weg vom Museums-Stiftungsrat: Das geht uns zu nah! Wir brauchen das Museum in Hamburg Al-to-na!”, schmetterten die kulturbewegten Bürger, die ins Rathaus gekommen waren, um sich zwei Stunden vor Beginn der konstituierenden Sitzung der neu gewählten Bürgerschaft noch einmal nachdrücklich in Erinnerung zu bringen.

abendblattartikel vom 8.3.2011In 15 Ordnern überreichten sie Norbert Hackbusch, dem bisherigen Vorsitzenden des Kulturausschusses, die insgesamt 24.827 Unterschriften, die die Bürgerinitiative “für den Erhalt und eine auskömmliche Finanzierung aller Standorte der Stiftung Historische Museen” in den vergangenen Monaten gesammelt hat, um ein Volksgesetzgebungsverfahren in Gang zu setzen.

“Das ist mehr als die doppelte Anzahl der gesetzlich notwendigen Stimmen, die wir brauchen, um ein Verfahren einzuleiten, das die Stiftung Historische Museen in Hamburg auch in Zukunft vor Schließungen schützen und ihnen die notwendige Finanzierung zusichern soll”, sagte Peter Schwanewilms, einer der drei Sprecher der Bürgerinitiative.

Norbert Hackbusch, der als Abgeordneter der Partei “Die Linke” auch der neuen Bürgerschaft angehören wird, nahm die Aktenordner freundlich entgegen. Er hoffe, meinte er schmunzelnd, dass er auch in der neuen Bürgerschaft den Vorsitz des Kulturausschusses übernehmen werde, um die “künftige Kultursenatorin kräftig rannehmen zu können”.

Man werde darauf drängen, “dass die im Wahlkampf zahlreich gegebenen Versprechen und Ankündigungen für eine Kehrtwende in der Hamburger Kultur- und Museumspolitik fixiert und eingelöst werden”, sagte Schwanewilms. Seine Sprecher-Kollegin Elisabeth von Dücker meinte, dass damit die Arbeit der Bürgerinitiative jedoch nicht beendet sei: “Wir haben uns vorgenommen, die Museen konzeptionell zu begleiten. Uns geht es um ein nutzerfreundliches Museum, das die Geschichte Altonas darstellt, dabei aber auch die gegenwärtige Lebenswirklichkeit und die Perspektiven der Stadt in den Blick nimmt”, sagte von Dücker und nannte dabei Schwerpunkte wie Migration, Gentrifizierung und Stadtumbau. Um die Museen zu unterstützen, holt sich die Bürgerinitiative auch Anregungen von auswärts, so will man sich zum Beispiel in Frankfurt am Main informieren, wo das Historische Museum zurzeit ein neues Konzept unter dem Label Stadtlabor entwickelt.(…)

Der Abendblattartikel als PDF zum Herunterladen

Hamburg-Journal vom 7.3.2011

http://www.youtube.com/watch?v=SQNkVHG71lE&feature=youtube_gdata_player

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

24 827 Unterschriften

24 827 Unterschriften für die Volksinititative für den Erhalt des Altonaer Museums und aller Historischen Museen Hamburgs. Das ist mehr als doppelt so viel wie gesetzlich vorgeschrieben!
Herzlichen Dank an alle, die getrommelt, unterschrieben, gesammelt und geordnet haben.

Wir treten jetzt ein in den Phase der Verhandlungen mit der Bürgerschaft, indem wir unseren Gesetzesvorschlag der neu gewählten Bürgerschaft schon bei ihrer Konstituierung mit auf den Weg geben am Montag, 7.3., 13h, Rathaus Hamburg.
(Sammeln und Abfahrt zum HH-Rathaus: Mo., 7.3., 12:30 Uhr, Bhf Altona, Blume 2000)

Die Arbeit mit und für das Altonaer Museum, das bei erfolgreicher Vereinbarung “up ewig” gerettet ist, fängt damit aber erst an: neben der Begleitung und Bewertung der Verhandlungen mit Bürgerschaft und Senat(orin) werden wir uns den nächsten BI-Treffen der (Mit-)Arbeit an Konzeption, Präsentation und Profilbildung des Altonaer Museums widmen.
Elisabeth von Dücker hat uns beim letzten Treffen höchst motiviert zu diesem Zweck mal eine Reise zum Museum für Stadtgeschichte in Frankfurt/Main zu machen, das in der Neuausrichtung seiner Museumsarbeit sehr viel Wert auf Partizipation und Öffnung in die Stadt-Gesellschaft und Stadt-Geschichte legt: unser Ding !

Zum Vormerken die nächsten Termine und Themen der BI-Plena:
Während der HH-Frühjahrsferien fallen die Plena am Do. 10.3. und 17.3. aus.

  • Am Donnerstag, 24.3. , 19h, Zeißstraße 28, lädt das Stadtteilarchiv Ottensen ein zu
    “Gentrifidingsbums oder eine Stadt für Alle, Vortrag von Christoph Twickel”.
    Wegen der thematischen Nähe zu unseren Themen werden viele Aktivisten der BI dort hingehen.
    Das Plenum der BI in La Cantina fällt deswegen aus.
  • Do., 31.3., endlich wieder Plenum, Hohenesch 68. Wir werden dann hoffentlich schon Konkretes von der Bürgerschaft zur VI gehört haben oder gar schon Gespräche geführt haben.
  • Do., 7.4. Plenum, La Cantina
  • Do., 14.4. Teilnahme an einer weiteren Veranstaltung des Stadtteilarchiv Ottensen:
    Stadt für wen? – Akteure und Hintergründe der  aktuellen Stadtentwicklung
    Vortrag von Prof. Dr. Ingrid Breckner
    Stadtsoziologin, HafenCity Universität Hamburg
    Im Anschluss Diskussion mit VertreterInnen von Bürgerinitiativen
Veröffentlicht unter Allgemein, Termin | 2 Kommentare

Der Tag danach

BI-Treffen, Do., 24.2., 19, Hohenesch 68, La Cantina.

“Analyse der Bürgerschaftswahl und Ausblick auf die zukünftgie Kultur-und Museumspolitik”

Sven hat Radio gehört.

“Kirsten Bauman, Direktorin des Museums der Arbeit und Vorstand der Stiftung Historischer Museen, hat in einem Interview mit dem Deutschlandradio die Wahl aus ihrer Sicht kommentiert. Sie verweist u.a. darauf, dass Olaf Scholz
mehrmals versprochen hat die Kürzungen zurück zu nehmen und möchte ihn beim Wort nehmen. Sie erwähnt auch unsere BI und den Wahren Kulturgipfel.

Deutschlandradio Kultur, Mo., 21.2.2011: “Künstler und Kuratoren atmen auf
Wahl in Hamburg: Kulturszene hofft auf mehr Professionalität und Verlässlichkeit”
Unbedingt lesen oder hören!
Ein starker Auftritt.
Wir reden Do., 24.2. auch drüber .

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Zwischen-Bilanz

Nachdem unsere Bürgerinitiative “Altonaer Museum bleibt!” bis heute eine rasante Erfolgsgeschichte in nur wenigen Monaten hingelegt hat, ist es jetzt durchaus angebracht, ein Resümee zu ziehen.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | 12 Kommentare

Finger weg ….!

Samstag,12.2.,Spritzenplatz. Starker Auftritt der BI.Nach Ahlhaus kommen wir.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Täglich bestürmen uns interessierte Bürger

Neues Mitglied
Max begrüßt einen interessierten Bürger, Dieter scheint ihn zu kennen (Guckt er deswegen eher skeptisch?), Gabi strahlt (Sie kennt ihn besser?).
12.2.2011, Spritzenplatz – Foto: Birgid Braun

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Was will die Dichterin uns damit sagen?

Altonaer Anzeiger, So., 6.2.2011, S. 1:

“Frage: Stellen Sie sich vor, wir haben das Jahr 2014. Was wird in der Museumstraße 23 zu finden sein: Mit welcher Ausrichtung?

Antwort Anja Hajduk (GAL): Eine lebendige Kultur muss sich laufend weiterentwickeln, braucht dafür eine verlässliche finanzielle Basis. Das werden wir entsprechend korrigieren. Ich stelle mir vor, dass dort weiter ein lebendiger, offener kultureller Ort sein wird und die Stiftung Historische Museen weiter die Geschichte unserer Stadt nicht nur bewahrt sondern immer wieder neu erzählt.”

Das Altonaer Museum bleibt?

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Der wahre Kulturgipfel am 27. Januar 2011 in der Fabrik

Auf dem Podium
v.l.n.r. Aram Ockert (Bürgerinintiative Altonaer Museum bleibt!), Brigitta Martens (CDU), Olaf Scholz (SPD), Moderator Christoph Twickel, Christa Goetsch (GAL), Norbert Hackbusch (Die Linke)

Der „Wahre Kulturgipfel“ war ein großer Erfolg für die endgültige Rettung des Altonaer Museums, für die Weiterarbeit der Stiftung Historischer Museen, für die Kulturszene Hamburg – und nicht zuletzt für unsere BI „Altonaer Museum bleibt!“.

Nach unserer Einschätzung der Einlassungen und Beteuerungen der Politiker auf dem Podium (nicht zuletzt, aber nicht nur des wohl zukünftigen Bürgermeisters) wird die nächsten Jahrzehnte kein Senat mehr die Schließung des Altonaer Museums verkünden können.

Nach menschlichem Ermessen (aber Vorsicht: manchmal geht es in der Politik auch „unmenschlich“ zu) ist die Einsparauflage des Grün-Schwarzen Senats von 3,4 Millionen Euro bei der Konzeptentwicklung für die Stiftung Historische Museen vom Tisch.

„Die“ Kultur Hamburgs hat auf dem „Wahren Kulturgipfel“ repräsentativ, unisono und mit deutlichen Worten „der“ Politik die Leviten gelesen und ihr in die zukünftige Agenda geschrieben, dass man mehr Kompetenz, mehr „Leidenschaft und Liebe“ und mehr finanzielle Grundsicherung in der zukünftigen Kulturpoliitk verlangt.
Allgemeiner Merksatz „Kreativität statt Kreativwirtschaft!“ (Kirsten Baumann)
Alle haben den Willen und die Bereitschaft betont, dass man den Grad der Solidarität und der Zusammenarbeit im Widerstand gegen Inkompetenz und Kürzungen der vergangenen Monate aufrecht erhalten und auch in Zukunft gemeinsam in die kommenden Auseinadersetzungen um Inhalt, Personal und Finanzen einbringen will.
Die BI „Altonaer Museum bleibt!“ wird diesen Zusammenhalt pflegen und mit organisieren.

Als Bürgerinititative haben wir für den „Wahren Kulturgipfel“ bedeutsame Repräsentanten der Kultur in Hamburg, Spitzenpolitiker und  über 600 leidenschaftliche, fachkundige und engagierte Besucher in der FABRIK zusammengebracht. Wir haben in den Medien ein großes und positives Echo gefunden. Wir sind menschlich und politisch noch mehr zusammen gewachsen.

Die weitere Arbeit wird nun bestimmt sein von der Mit-Arbeit an der konzeptionellen Arbeit für unser Altonaer Museum und von der Vorlage bei der zukünftigen Bürgerschaft von mittlerweile mehr als 17 000 (!!) Unterschriften für die Volksinitiative für den Bestand des Altonaer Museums und einer auskömmlichen Finanzierung der Stiftung Historischer Museen.
In den dann anstehenden Verhandlungen werden wir die Erfüllung der auf dem „Wahren Kulturgipfel“ gemachten Versprechungen und Zusagen für eine andere Museums-und Kulturpolitik einklagen und fixieren!

Medienreaktionen finden sich hier.


Das Plakat links im Bild als schärfere JPG-Grafik herunterladen Den Flyer rechts im Bild als schärferes PDF herunterladen

Den folgenden Text als PDF herunterladen

“Am 27. Oktober hat in der norddeutschen Tiefebene der Hamburger Kulturgipfel
stattgefunden.
Dieser wurde vom Ersten Bürgermeister einberufen, nachdem die Mittelkürzungen
bei Schauspielhaus, Öffentlichen Bücherhallen und die Absicht, das Altonaer
Museum zu schließen, die Bürger auf die Barrikaden getrieben hatten.
Das Ergebnis war: aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Die Einrichtungen
sollten weiterhin erheblich sparen, aber nicht in diesem Umfang oder aber nicht
sofort in der ursprünglichen Höhe.
Nach der Beendigung der schwarz-grünen Koalition werden Ende Februar 2011
die politischen Karten neu gemischt. Was das für die Kultur in Hamburg bringen
wird? Wer vorher nicht fragt, kann hinterher böse Überraschungen erleben.
Deswegen fragen wir und haben hierfür die Spitzenkandidaten der in der Bürgerschaft
vertretenen Parteien in die FABRIK eingeladen. Ebenfalls eingeladen sind
die VertreterInnen Kulturschaffender und VertreterInnen von Kultur-Institutionen.
Bevor die Podiumsdiskussion mit den Vertretern der Parteien und einem Mitglied
der Bürgerinitiative „Altonaer Museum bleibt!“ beginnt, werden die Vertreter der
Initiativen und Einrichtungen über sich und ihre Arbeit sowie ihre Forderungen an
die Politik berichten.
Aufgelockert wird alles durch den musikalisch-kulturellen Beitrag der Liedermacherin
Jana Nitsch, vorweg ab 18:30 Uhr und danach mit ihrem „Teufels“-Geiger
Marcus Berthold.”

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Die Museums-Hymne

Das Video! Der Text!

“Finger weg – von den Bücherhallen, Kürzung weg: so-fort!
Finger weg – von Privattheatern,
Finger weg von dem Deutschen Schauspielhaus!
Finger weg vom Museums-Stiftungsrat: das geht uns zu nah!
Wir brauchen das Museum in Hamburg Al-to-na!”

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Was kann ich noch tun?

Du hast/ Sie haben für die Volksinitiative unterschrieben?
Vielen Dank.
Jetzt mit den Listen losziehen und überall weitere
Unterschriften erbitten!

Was kann man sonst noch tun: Ten Things to Do

1. Das Altonaer Museum besuchen, Freunde und Verwandte mitbringen.
2. Mitglied im Freundeskreis werden und weitere Mitglieder werben.
3. Institutionen und Vereine ansprechen: „Werden Sie auch aktiv…“
4. Altonaer Museum bleibt sichtbar machen: Buttons tragen und Plakate aufhängen. Bei Facebook & Co auf die Initiative aufmerksam machen.
5. Leserbriefe an viele Medien schreiben. Bitte Kopie an uns.
6. Grußadressen an uns senden. Grußadressen von Prominenten erbitten.
7. Die Bürgerschaftsabgeordneten fordern.
8. Mitmachen beim Protestorchester. Bei der Steckenpferd-Reiterstaffel.
9. Am Donnerstag zur Bürgerinitiative, samstags zur Demonstration…
10. Spenden für die Volksinitiative Altonaer Museum bleibt.
Ra Anderkonto Gerhard Strate Konto 04 091 991 01, BLZ: 200 800 00

Impressum: Bürgerinitiative Altonaer Museum bleibt.
Peter Schwanewilms, Aram Ockert. Elisabeth v. Dücker.
www.altonaermuseumbleibt.de

Veröffentlicht unter Allgemein | 2 Kommentare

1.11.2010: Volksinitiative “Altonaer Museum bleibt!” gegründet

http://www.abendblatt.de/hamburg/article1682218/Volksinitiative-Altonaer-Museum-bleibt-gegruendet.html

Mit Reden, aber auch Samba-Klängen und Gesang startete im Altonaer Theater eine Volksinitiative. Sie will das Recht der Museumsstiftung ändern.

Hamburg. Das Samba-Trommeln, das da durch das Altonaer Theater tönte, sollte Stärke demonstrieren. Und die war auch tatsächlich spürbar, als am Montag Abend die Volksinitiative “Altonaer Museum bleibt!” aus der Taufe gehoben wurde. Denn voll besetzt war das Haus an der Museumsstraße. Voller Sympathisanten für das benachbarte Ausstellungshaus, dessen Schließung nach dem Kulturgipfel vergangene Woche gerade eben noch verhindert werden konnte.

Doch nach wie vor muss die Stiftung Historische Museen Hamburg, zu der das Altonaer Museum gehört, ab dem Jahr 2014 als Auflage des Hamburger Senats dauerhaft 3,445 Millionen Euro einsparen. Und um diesen nach eigenem Bekunden “Tod auf Raten” zu verhindern, will die Initiative nun eine Änderung im Hamburgischen Museumsstiftungsrecht erwirken. Kernziel ist unter anderem, nicht nur die Führung der Museen, sondern auch deren Erhalt der Verantwortung der Stifung zu überlassen. Zudem wird gefordert, dass die Stiftung ein Eigentum erhält, das auch die Sammlungen der Häuser beinhaltet sowie die städtischen Grundstücke, sofern auf ihnen entsprechende Museen betrieben werden.

+++ Die Debatte um die Kultur-Sparpläne des Hamburger Senats +++

Rechtsanwalt Gerhard Strate erläuterte dem Auditorium die historischen und juristischen Grundlagen des Gesetzesentwurfs. Aber die Auftaktveranstaltung “Altonaer Museum bleibt!” war dennoch alles andere als eine trockene Vorlesung. Mit zahlreichen, teils satirischen, aber auch bewegenden und informativen Reden bewiesen die Protestler, dass sie in den vergangenen Wochen das pfiffige Demonstrieren kultiviert haben. Und mit Gästen aus Deutschem Schauspielhaus und Öffentlichen Bücherhallen zeigte sich, dass die Solidarität unter den Kulturschaffenden nach wie vor anhält.

Immer wieder brandete im Saal lauter Applaus auf. Zudem wurden in der ersten Viertelstunde des Abends flugs 1400 Euro an Spenden gesammelt, die dem Aufbau eines eigenen Volksinitiative-Büros dienen sollen. 10.000 Unterschriften werden für den ersten Schritt benötigt. Zur Motivation sangen alle zum Abschluss eine neue Protest-Hymne, die mit den Zeilen endet: “Wir brauchen das Museum in Hamburg Altona”. Ein Gesang, der Stärke demonstrierte.

Veröffentlicht unter Allgemein | 2 Kommentare

Countdown für den Start der Volksinitiative läuft

Montagabend (1. November) startet die Volksinitiative “ALTONAER MUSEUM BLEIBT, als Teil der Vielfalt der Hamburgischen Museumslandschaft” .

Hierfür steht das Altonaer Theater ab 18:45 Uhr zur Verfügung (Einlass), ab 19:00 Uhr beginnt dann die Veranstaltung.

Aram Ockert, ein Sprecher der Initiative erzählt in der taz, warum die Volksinitiative  “ALTONAER MUSEUM BLEIBT als Teil der Vielfalt der Hamburgischen Museumslandschaft” nötiger denn je ist:

taz: Herr Ockert, die Schließung des Altonaer Museums ist vom Tisch, trotzdem lädt die Bürgerinitative “Altonar Museum Bleibt” zum Volks-Ratschlag. Warum?
Aram Ockert: Weil die Schließung nur vorläufig vom Tisch ist. Es ist nur ein Aufschub um 90 Tage erreicht worden. Zum 1. April soll die Stiftung der Hamburger Museen darlegen, wie man ab 2014 Jahr für Jahr 3,5 Millionen einsparen kann.
taz: Wie soll es Ihrer Vorstellung nach weitergehen?
Aram Ockert: Es muss im Stiftungsgesetz festgeschrieben werden, dass alle vier Haupthäuser erhalten werden. Außerdem muss die Stiftung ausgestattet werden mit dem Vermögen, das sie verwaltet. Die Sammlungen, die Liegenschaften, sofern sie städtische sind, sollen in das Eigentum der Stiftung überführt werden. Und die Kulturbehörde soll nicht die Fachaufsicht über die Stiftung haben, sondern nur noch die Rechtsaufsicht.
taz: Welche Möglichkeiten haben Sie, um Ihre Forderungen durchzusetzen?
Aram Ockert: Eine Möglichkeit ist, eine Volksinitative zu eröffnen. Damit
wollen wir eine Abstimmung der Bürger vorbereiten, die in Hamburg in die drei Phasen Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid aufgeteilt ist.
taz: Wieviele Mitglieder hat die Initiative “Altonaer Museum bleibt”?
Aram Ockert: Schwierig zu sagen, weil wir als Initiative keine formale
Mitgliedschaft haben. In unserem Verteiler haben wir rund 200 Mitglieder und an unseren Treffen nehmen durchschnittlich 70 bis 80 Menschen teil.
taz: Wenn die Existenz des Museum gesichert wäre, soll dann im Museum alles so bleiben, wie es aktuell ist?
Aram Ockert: Nichts soll immer so bleiben, wie es ist. Auch Museen müssen sich veränderten Bedingungen anpassen. Dafür brauchen sie die Mittel. Eines dieser Mittel wird auch die Bürgerinitiative sein, die die Kreativität ihrer Mitglieder gerne zur Verfügung stellen wird.
taz: Sie wollen die Museumsarbeit gestalten?
Aram Ockert: Wir wollen keine ehrenamtlichen Museumdirektoren sein, sondern mit dem Museum in einen Dialog treten, was sich da verändern kann und wie wir dazu beitragen können.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | 2 Kommentare

Volksinitiative ALTONAER MUSEUM BLEIBT startet am Mo. 1. 11.

Volksinitiative ALTONAER MUSEUM BLEIBT, als Teil der Vielfalt der Hamburgischen Museumslandschaft startet am Montag, 1. November 2010

Mit 60.000 Unterschriften und diversen Aktionen, Demonstrationen und Veranstaltungen ist es gelungen, die Schließung des Altonaer Museums gesichert für 90 Tage zu verschieben. Bis dahin hat die Stiftung (SHMH) Zeit, ein Konzept vorzulegen, dass plausibel machen soll, wie das Sparziel des Senats in Höhe von 3,445 Mio. EUR ab dem Jahr 2014 vollumfänglich zu erbringen ist. Der Senat hätte dieses Ziel, mit der gewünschten Schließung des Museums in Altona nicht erreichen können.
Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | 2 Kommentare

HA: Kein Grund zum Jubeln

Kein Grund zum Jubeln
Von Matthias Gretzschel 29. Oktober

(…)

Mit 60 000 Protest-Unterschriften innerhalb von vier Wochen hat sich Hamburg als Bürgerstadt eindrucksvoll wiederentdeckt. Angesichts des Dilettantismus, mit dem der jetzt völlig demontierte Kultursenator eine Museumsschließung auf Biegen und Brechen durchsetzen wollte, die in Wahrheit nichts gespart, aber vieles zerstört hätte, ist das ein Sieg der Vernunft. Aber ist es auch ein Grund zum Jubeln?

Nüchtern betrachtet ist die kulturpolitische Lage jetzt zwar entschärft, die Probleme der Museen aber sind die alten geblieben: Die Stiftung Historische Museen Hamburg, zu der auch das Altonaer Museum gehört, muss nun zwar nicht auf einmal, dafür aber in jährlich steigenden Margen den Sparbeitrag von 3,5 Millionen Euro erbringen. Unter diesen finanziellen Rahmenbedingungen wäre es vermessen, sensationelle Sonderausstellungen und Events zu erwarten, die mit der kommerziellen Freizeitkultur konkurrieren können.

Aber sind Events tatsächlich die Aufgabe, um die es gehen soll? Museen müssen sich künftig noch stärker um eine zeitgemäße Präsentation bemühen, aber sind nicht nur Ausstellungsagenturen, sondern das kulturelle Gedächtnis unserer Gesellschaft. Könnte es nicht sein, dass es manchem Besucher, der das Altonaer Museum als verstaubt bezeichnet, einfach an der Bereitschaft mangelt, sich auf die dort präsentierten Zeugnisse einer langen Geschichte einzulassen? Vielleicht müssen viele, die allzu sehr durch virtuelle Erlebnisse geprägt werden, erst wieder lernen, welche Faszination die Begegnung mit einem Original bedeuten kann, das von Geschichte, von Schicksalen, von gelebtem Leben zeugt.

Der enorme Besucheransturm, den das Altonaer Museum in den letzten Wochen verbuchen kann, zeigt, dass es in Hamburg inzwischen eine Bürgerbewegung gibt, die dieses kulturelle Erlebnis bewahren möchte.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Sekt oder Selters?

Unter dieses Motto werden wir den Großen Volksratschlag am 1. November (um 19:00 Uhr im Altonaer Theater) stellen.

Zwei Dinge stehen an:

1. Der Freude über unseren Sieg gegen den kulturellen Kahlschlag den angemessenen Ausdruck zu verleihen und 2. zugleich nicht zu vergessen, dass den Worten, die entsprechenden Taten zu folgen haben und dass bislang der Garant des Erfolges in der Bereitschaft der Bürger lag, sich für die Kultur in dieser Stadt zu engagieren.

Hieran hat sich und wird sich auch für die Zukunft nichts ändern. Deswegen empfehlen wir, wachsam zu bleiben und die Volksinitiative zu starten.

Mit dieser Volksinitiative flankieren wir das erreichte Ergebnis des Kulturgipfels, indem wir den Bestand der vier Haupthäuser, durch unseren Gesetzesvorschlag festschreiben und die Stiftung und damit die Museen zugleich mit ihren Sammlungen ausstatten, indem diese in ihr Eigentum ebenso überführt wird, wie die Liegenschaften, sofern öffentlicher Grund, in ihr Eigentum übergehen sollen.

Damit wird ein grundsätzlicher Fehler der bisherigen Stiftungskonstruktion behoben und sichergestellt, dass künftige Veränderungen der Hamburgischen Museumslandschaft nur auf der Basis eines gesetzgeberischen Aktes erfolgen können, was Anordnungsbeschlüsse nach Gutsherrenart weitestgehend ausschließt.

Ferner werden wir uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass der amtierende Kultursenator nicht länger den Elefanten im Kulturporzelanladen dieser Stadt spielen darf. Die gestrige Bürgerschaftssitzung hat offenbart, dass ihm jegliche Fähigkeiten fehlen, Hamburgische Kulturpolitik zu gestalten.

Der Bürgermeister hat diese Krise mit dem vorgelegten Ergebnis des Kulturgipfels vorerst gut gemeistert, dafür gebührt ihm unser Respekt. Mit der Weiterbeschäftigung des jetzigen Kultursenators, wird hinter dieses Ergebnis allerdings ein großes Fragezeichen gesetzt. Das muss weg.

Sprecherrinnenteam
Elisabeth, Aram, Peter

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Retten CDU und GAL das Altonaer Museum?

Mittwoch, 27.10.2010
Der Antrag, den CDU und GAL in die heutige Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaftssitzung einbringen, ist ein typischer Kompromiss zwischen Kulturpolitikern und ihren Fraktionsspitzen.
Im begründenden Text wird einerseits der Eindruck erzeugt, ein Konzept diene der Entwicklung der Stiftung Historische Museen unter Beibehaltung der vier Haupthäuser „„Die Bündelung von museumstypischen Querschnittsaufgaben zwischen den vier Häusern lässt dann eine Synergierendite erwarten“, andererseits heißt es im Text, der zur Abstimmung steht, dem eigentlichen Antrag:

„Der Senat wird ersucht, kurzfristig ein Konzept für den Standort des Altonaer Museums und seine Außenstellen, Jenisch Haus und Rieck Haus als Bestandteil eines Gesamtkonzeptes für die Weiterentwicklung der Stiftung Historische Museen vorzulegen“.

Das kann den Weiterbetrieb des Altonaer Museums am Standort Museumsstraße 23 bedeuten, muss es aber nicht. Letztendlich wird nur auf einen Mangel der bisherigen Planungen hingewiesen, nämlich kein kommunizierbares Konzept für den Standort zu haben. Das dies in ein Gesamtkonzept zur Weiterentwicklung der Stiftung …integriert werden muss, ist sicherlich zu begrüßen aber letztendlich auch kein Garant dafür, dass das Altonaer Museum am jetzigen Standort verbleiben soll.

Es bleibt im Übrigen die Frage nach der Umsetzung des von den Koalitionären verabredeten Sparbeitrages völlig offen. Insofern wäre es mehr als fahrlässig zu glauben, die Kuh sei bereits vom Eis.

„Wir haben es hier mit einer Anpassung an die Realität zu tun“ sagt Aram Ockert und führt aus: „Es wird jetzt davon gesprochen, dass >die Schließung des Standortes Altonaer Museum vorgeschlagen< wurde. Damit wird einmal mehr eingeräumt, dass die verfügte Schließung eine Kompetenzanmaßung des Senats war, die ihm nicht zukam. Ferner haben die Politiker von CDU und GAL zur Kenntnis genommen, dass man mit Basta-Politik nicht weiter kommt. Ob sich auch substantiell etwas ändern soll, wird sich aber erst in der Zukunft entscheiden.“

Daher wird die Initiative Altonaer Museum bleibt den kaltgestellten Sekt noch im Kühlschrank lassen und am 1. November im Altonaer Theater um 19:00 Uhr die Volksinitiative starten, damit es auch wirklich heißt:

Altonaer Museum bleibt!

Pressesprecher: Aram Ockert Tel. 0163-90 29 302, 040-350 712 616
Mail: aram.ockert@gmx.de

ALTONAERMUSEUMBLEIBT@GMX.DE

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Mo.,1.11.,Großer Volks-Ratschlag, 19h, Altonaer Theater

Als der Senat am 22. September per Pressemitteilung die Bevölkerung davon in Kenntnis setzte, dass bei Bücherhallen, Schauspielhaus und Museen gespart werden müsse und deswegen das Altonaer Museum zu schließen sei, wurde Folgendes deutlich:

Die Zwillinge Arroganz und Ignoranz wohnen im Hamburger Rathaus und sie heißen mal GAL und CDU, mal Stuth und Ahlhaus. Aber wie immer auch der Name sein mag, unter dem sie auftreten, sie zeichnet aus: ein Mangel an kulturellem Gespür und eine Unempfindlichkeit für Geschichte.

Altona war nie ein Stadtteil Hamburgs, sondern Hamburgs „schöne Schwester“, die als Stadt über viele Jahrhunderte in einem fruchtbaren Wettbewerb mit Hamburg stand. Erst das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 änderte diesen Zustand.

Die administrative Eingemeindung Altonas ändert aber nichts an der auch für den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg bestehenden Verpflichtung, die eigenständigen historischen Entwicklungslinien Altonas zu respektieren. Einer ihrer wesentlichen Kristallisationspunkte ist das seit 147 Jahren bestehende Altonaer Museum, das nach wie vor für die Geschichte Altonas und Hamburgs identitätsstiftend ist und bleiben wird.

Eines der größten Museen für die Kunst- und Kulturgeschichte des norddeutschen Raumes wird nicht an einem geschichtsvergessenen Senat scheitern, der vorgibt, den Haushalt zu konsolidieren, sondern dieser Senat wird am Ende an seinen Bürgern scheitern.

Museen sind Stätten der Aufklärung und auch der Besinnung. Sie zu nutzen ist angeraten, denn sie machen klug. Wichtig ist, dass sie existieren : Zu wissen, dass die nachwachsenden Generationen die Möglichkeit haben werden, auf das Leben vieler Generationen vor ihnen zurück zu blicken und sich damit aus der Sicht kommender Jahrhunderte zu beschäftigen, ist essentiell in einer Welt des permanenten Wandels, des Werdens und Vergehens.

Bürgerinitiative ALTONAER MUSEUM BLEIBT!

Treffen jeden Donnerstag, 19:00 Uhr, LA CANTINA,  Hohenesch 68 in Ottensen.   www.altonaermuseumbleibt.de, Mail: altonaermuseumbleibt@gmx.de.

Spenden: Anderkonto Gerhard Strate Kto. 0409199101 BLZ 200 800 00 Commerzbank HH

Veröffentlicht unter Termin | Hinterlasse einen Kommentar

FAQ

Fragen und Antworten

Altona ist ein Stadtteil von Hamburg. Ist das Altonaer Museum also ein Stadtteilmuseum?
Ja und nein. Natürlich steht es in Altona (Lokalpatrioten könnten einwenden: Es steht wenige Meter weit im Altonaer Ortsteil Ottensen), und es ist ein prägender Ort für die Kultur dieses Bezirks. Aber Altona war bis zu seiner Eingemeindung nach Hamburg 1938 eine selbstständige Großstadt, und so ist das Museum auch als anspruchsvolles städtisches Universalmuseum gegründet worden. Außer mit der Geschichte Altonas befasst es sich unter anderem mit der ländlichen Kultur ganz Norddeutschlands, mit Seefahrt und Fischfang, mit historischem Spielzeug und optischen Medien; außerdem besitzt es eine stattliche Gemäldesammlung mit dem Schwerpunkt auf norddeutscher Landschaftsmalerei. Auch die Ausstellungsfläche von rund 7300 Quadratmetern geht weit über die üblichen Maße eines Stadtteilmuseums hinaus. Die Berliner Richard-Schöne-Gesellschaft für Museumsgeschichte stellt das Altonaer Museum in eine Reihe mit Institutionen wie dem Märkischen Museum in Berlin, dem Kulturhistorischen Museum in Magdeburg, dem Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover oder dem Hessischen Landesmuseum in Kassel.

Das Museum soll 147 Jahre alt sein. So sieht das Gebäude aber gar nicht aus.
Als Institution gibt es das Altonaer Museum tatsächlich seit dem Jahr 1863; damals wurde es von einer privaten Gesellschaft Altonaer Bürger an der Palmaille gegründet. Bei der Umgestaltung des Stadtzentrums bekam es 1901 einen Neubau am heutigen Ort, als Teil eines repräsentativen Platzensembles mit dem Rathaus und dem 1976 abgebrochenen Bahnhof. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer zerstört und verlor auch einen Großteil seiner prächtigen Fassade. Seit dem Wiederaufbau fügt es sich vergleichsweise bescheiden in die Straßenfront ein, doch wer mit offenen Augen durchs Haus geht, findet vor allem im Untergeschoss und in den hinteren Trakten noch viele Reste des historistischen Bauschmucks (Kapitelle, Treppengeländer, Türrahmungen…).

Es heißt, das Museum habe 70 angestellte und 230 ehrenamtliche Mitarbeiter. Braucht man wirklich all diese Leute?
Klare Antwort: Ja. Die Arbeit eines Museums beschränkt sich eben nicht darauf, Bilder an die Wände zu hängen, Objekte in Vitrinen zu stellen, das alles zu bewachen und es gelegentlich abzustauben. Die Sammlungen müssen instandgehalten und restauriert, inventarisiert und wissenschaftlich erschlossen werden – jede Zeit stellt aus gutem Grund andere Fragen an die Objekte. Sie werden fotografisch dokumentiert, innerhalb der ständigen Präsentation oder zu Wechselausstellungen neu geordnet, an auswärtige Museen verliehen und in Katalogen erläutert. Außerdem gilt es unter anderem, die Besucher zu betreuen und zu führen, das Gebäude instand zu halten und eine Unmenge an Verwaltungsarbeit zu erledigen.

Nach dem „Kulturgipfel“ vom 27. Oktober hat der Hamburger Senat die angekündigte Schließung des Altonaer Museums zur Jahreswende abgesagt. Ist damit nicht alles in Ordnung?
Nein. Die Stiftung Historische Museen Hamburg, zu der das Haus gehört, soll nach wie vor ab 2014 jährlich 3,445 Millionen Euro einsparen, also eine Summe, die dem Jahresetat des Altonaer Museums entspricht – das gefährdet auf die Dauer den Bestand aller beteiligten Museen. Außerdem soll das Altonaer Museum Ausstellungs- und Büroräume verlieren, und die Stiftung soll „bis zum 1. April 2011 ein Konzept für die Neustrukturierung der Museumsarbeit vorlegen, das sowohl die Qualität und Modernisierung des Museumsangebotes als auch die Standortkonzeption betrifft“, so die Pressemitteilung des Senats. Dass nach diesem Konzept auch Standorte aufgegeben werden könnten, schließt diese Ankündigung keinesfalls aus. Man sollte sich also weiterhin Sorgen machen.

Keine andere Stadt, hieß es kürzlich, leiste sich den Luxus, ihre Geschichte an zehn verschiedenen Standorten auszustellen wie Hamburg mit den vier Haupthäusern der Stiftung Historische Museen und ihren sechs Außenstellen. Ist da nicht etwas dran?
Dieses Argument verkennt eine Reihe von Hamburger Besonderheiten:
– In keiner vergleichbaren Stadt wurden in so junger Vergangenheit, nämlich erst 1937/38, derart unterschiedliche Traditionen zusammengeführt wie unter anderem die der Hansestadt Hamburg, des liberalen, lange Zeit dänisch regierten Altona und der einstigen Welfenresidenz Harburg. Die dazugehörigen Bürgermuseen bestanden damals schon lange. Ihre Vielfalt und ihre Bedeutung für den jeweiligen Bezirk ist durchaus mit den zahlreichen Schlössern und Burgen zu vergleichen, die durch Eingemeindungen heute zu Berlin gehören (Charlottenburg, Köpenick, Tegel, Glienicke, Schönhausen, Friedrichsfelde, Zitadelle Spandau …) und deren Existenzrecht niemand in Frage stellt.
– Unter jenen Städten, die sich noch heute stolz Hansestädte nennen, ist Hamburg die einzige, die weder eine zumindest in Teilen intakte historische Altstadt noch wenigstens einzelne herausragende Bürgerbauten der Hansezeit wie das Bremer Rathaus vorzuweisen hat; auch in Altona, Harburg oder Wandsbek ist von den einstigen Ortskernen nicht mehr viel zu sehen. Allein dieses Missverhältnis von historischer Bedeutung und sichtbar erhaltenen Zeugnissen müsste eine ausführliche museale Darstellung der Geschichte rechtfertigen.
– Ohnehin aber zeigt nur das Museum für Hamburgische Geschichte alias Hamburg-Museum eine stadthistorische Sammlung im engeren Sinne. Die übrigen drei Haupthäuser haben andere Schwerpunkte: das Helms-Museum die Vor- und Frühgeschichte, das Museum für Arbeit die industrielle Entwicklung und das Altonaer Museum neben der Kinderkultur das zukunftsträchtige Thema Mensch und Umwelt, bezogen auf den gesamten norddeutschen Raum. Von Überschneidungen und Doppelungen kann da keine Rede sein. Keines dieser Themen könnte wegbleiben, ohne eine tiefe Lücke zu hinterlassen; ebenso wenig ließe es sich konzeptionell oder auch nur räumlich in eines der anderen Häuser eingliedern. Die Außenstellen wiederum definieren sich wesentlich über die jeweiligen historischen Orte: Jenisch-Haus (großbürgerliche Wohnkultur in einer der prächtigsten Elbvillen), Rieck-Haus (bäuerliche Hofanlage), Kramer-Witwen-Wohnung (Fachwerkbau unterm Michel), Speicherstadtmuseum, Hafenmuseum sowie Museum für Bergedorf und die Vierlande im Bergedorfer Schloss.

Wie könnte die Zukunft des Altonaer Museums aussehen?
Derzeit erkennt man dort überall, dass wegen der langjährigen Unterfinanzierung neben der Arbeit an Wechselausstellungen nur die nötigste Bestandserhaltung zu leisten war. Pläne für eine durchgreifende bauliche und konzeptionelle Erneuerung, entwickelt vom Hamburger Architekturbüro Störmer Murphy and Partners, liegen aber bereit; wenn der Bestand des Hauses gesichert ist, können sie konkretisiert und umgesetzt werden.
Nach den Vorstellungen des Direktors Torkild Hinrichsen sollen zwei Standbeine dem Altonaer Museum dauerhaft eine einzigartige Stellung unter den Museen Hamburgs und ganz Deutschlands sichern: die Kinderkultur sowie das Thema „Mensch und Umwelt“ in Geschichte und Gegenwart des norddeutschen Raums und Nordeuropas. In einem ersten Schritt könnte innerhalb der nächsten zwei Jahre der östliche Trakt des Hauses saniert und zu einer großen Kinderabteilung ausgebaut werden, zu der neben dem interaktiven Kinderolymp und dem Kinderbuchhaus auch eine großzügige Präsentation der bedeutenden Spielzeugsammlung (vielleicht mit Dubletten und Nachbauten zum Selberspielen) sowie die Kinderbibliothek mit über 5000 Bänden aus den vergangenen 200 Jahren gehören sollen.
Im zweiten Schritt würden die übrigen Abteilungen instandgesetzt und, unter anderem mit Hilfe neuer Medien, als eine Gesamtschau über das Verhältnis von Natur und Mensch in Stadt und Land neu inszeniert. Die historischen Fischerei- und Bauernhausmodelle hätten darin ebenso ihren Platz wie ein Teil jener zoologischen und botanischen Präparate, die zum ursprünglichen Bestand des Hauses gehörten, aber 1979 an die Universität abgegeben worden sind. Eine solche umfassende Ausstellung zur Lebenswirklichkeit in Norddeutschland könnte auch aktuelle Fragen, etwa zur Nahrungsmittelerzeugung oder Energiegewinnung, anschaulich erörtern. Wenn es dieses Haus nicht schon gäbe, müsste die im Senat mitregierende GAL es eigentlich erfinden.

Lässt sich eine solche Erneuerung des Altonaer Museums überhaupt bezahlen?
Wenn man nur auf städtische Mittel setzt, wird das in der heutigen Lage eng bis unmöglich. Hoffen sollte man dagegen auf die gute Altonaer Tradition der privaten und gewerblichen Sponsoren: Schon der Gründungsdirektor Otto Lehmann hat sich Saal für Saal von inhaltlich adäquaten Betrieben und kulturell interessierten Bürgern bezahlen lassen. Jetzt, wo das Museum neue Aufmerksamkeit gewonnen hat und die Wirtschaft optimistisch nach vorn schaut, erscheint die Gelegenheit so günstig wie selten, den alten Gemeinsinn wieder aufleben zu lassen. Boris Hohmeyer

Veröffentlicht unter FAQ | Hinterlasse einen Kommentar