1.11.2010: Volksinitiative “Altonaer Museum bleibt!” gegründet

http://www.abendblatt.de/hamburg/article1682218/Volksinitiative-Altonaer-Museum-bleibt-gegruendet.html

Mit Reden, aber auch Samba-Klängen und Gesang startete im Altonaer Theater eine Volksinitiative. Sie will das Recht der Museumsstiftung ändern.

Hamburg. Das Samba-Trommeln, das da durch das Altonaer Theater tönte, sollte Stärke demonstrieren. Und die war auch tatsächlich spürbar, als am Montag Abend die Volksinitiative “Altonaer Museum bleibt!” aus der Taufe gehoben wurde. Denn voll besetzt war das Haus an der Museumsstraße. Voller Sympathisanten für das benachbarte Ausstellungshaus, dessen Schließung nach dem Kulturgipfel vergangene Woche gerade eben noch verhindert werden konnte.

Doch nach wie vor muss die Stiftung Historische Museen Hamburg, zu der das Altonaer Museum gehört, ab dem Jahr 2014 als Auflage des Hamburger Senats dauerhaft 3,445 Millionen Euro einsparen. Und um diesen nach eigenem Bekunden “Tod auf Raten” zu verhindern, will die Initiative nun eine Änderung im Hamburgischen Museumsstiftungsrecht erwirken. Kernziel ist unter anderem, nicht nur die Führung der Museen, sondern auch deren Erhalt der Verantwortung der Stifung zu überlassen. Zudem wird gefordert, dass die Stiftung ein Eigentum erhält, das auch die Sammlungen der Häuser beinhaltet sowie die städtischen Grundstücke, sofern auf ihnen entsprechende Museen betrieben werden.

+++ Die Debatte um die Kultur-Sparpläne des Hamburger Senats +++

Rechtsanwalt Gerhard Strate erläuterte dem Auditorium die historischen und juristischen Grundlagen des Gesetzesentwurfs. Aber die Auftaktveranstaltung “Altonaer Museum bleibt!” war dennoch alles andere als eine trockene Vorlesung. Mit zahlreichen, teils satirischen, aber auch bewegenden und informativen Reden bewiesen die Protestler, dass sie in den vergangenen Wochen das pfiffige Demonstrieren kultiviert haben. Und mit Gästen aus Deutschem Schauspielhaus und Öffentlichen Bücherhallen zeigte sich, dass die Solidarität unter den Kulturschaffenden nach wie vor anhält.

Immer wieder brandete im Saal lauter Applaus auf. Zudem wurden in der ersten Viertelstunde des Abends flugs 1400 Euro an Spenden gesammelt, die dem Aufbau eines eigenen Volksinitiative-Büros dienen sollen. 10.000 Unterschriften werden für den ersten Schritt benötigt. Zur Motivation sangen alle zum Abschluss eine neue Protest-Hymne, die mit den Zeilen endet: “Wir brauchen das Museum in Hamburg Altona”. Ein Gesang, der Stärke demonstrierte.

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2 Antworten auf 1.11.2010: Volksinitiative “Altonaer Museum bleibt!” gegründet

  1. Dr. Stephan A. Lütgert sagt:

    Das war ein fulminanter Start und ein ermutigendes Signal für das Erwachen des Hamburger Bürgersinns! Die Botschaft des Abends an alle Kulturvergessenen da draußen: “Hört, hört, ihr Leute, und lasst Euch sagen, die Glock’ hat zwölfe geschlagen. Waret das Feuer und das Licht, dass dem Haus kein Leid geschicht!”

  2. Fr. Pascale Veillet sagt:

    Ich war am 01.11.10 da u. habe viele Unterschriften-Listen mitgenommen. Es ist nun so, daß wir uns jetzt nichts vormachen sollten. Es ist schön u. gut, sich gegenseitig anzuheizen, aber wenn ich mich umhöre ist für viele Leute das Thema “Altonaer Museum schließt” erst mal VOM TISCH, denn sie verlassen sich nur darauf, was die HHer Medien (ganz zu schweigen von NDR90,3…) einmal verkündet haben u. in ihrem Geiste ist das Thema ABGESCHLOSSEN!!! Finito!
    Die Listen alleine reichen nicht aus u. wenn wir sie hier u. da hinterlegen, sollte ein GANZ KLARER, kurz u. bündiges Info-Blatt hinzugefügt werden, denn von den Meisten kommt zuerst: “Hab’ich schon unterschrieben!”
    Ich habe in der ersten Runde SEHR viel Unterschriften gesammelt; nun, ich merke, ich müßte mich jetzt die Zunge fusselig reden, um die Menschen das ganze KLAR zu machen u. wieder zum Mitmachen zu bewegen ( denn, ob Ihr das wollt od. nicht, VIELE checken einfach nicht, daß alles wieder von vorne anfängt … u. sie resignieren gleich, wenn sie es endlich kapiert haben!!!) u. ganz ehrlich gesagt: mir fehlt auf Dauer die Kraft u. die Energie
    dazu!!! Ich denke, es wird diesmal VON WEITEM nicht so einfach sein u. genau damit haben die im Senat gerechnet, was natürlich, das Raffi-Tückische an der Sache ist!

    Ich mache, was ich kann, aber nicht auf Kosten meiner Gesundheit u. noch einmal, ich merke diesmal, wie sehr es in meinem Umfeld hakt.
    Außerdem, noch ein Punkt, den wir uns mal ALLE überlegen sollten: ich persönlich WEIGERE mich mit Händen u. Füßen dazu, zum Mitglied der SHMH zu werden, denn wenn wir da massiv mitmachen, unterstützen wir GERADE DAS wogegen wir kämpfen, nämlich, daß “unsere” Politiker die Kultur in dieser Stadt nicht mehr unterstützen bzw. finanzieren wollen!!!! Warum wird schon, für andere Bereiche, ein Spendenparlament hier zugelassen?! Wenn wir das alles weiter zulassen, dann seien wir konsequent: wir können gleich ganz u. gar auf diese Politiker verzichten…
    Mit freundlichen Grüßen
    P.Veillet

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