Zwischen-Bilanz

Nachdem unsere Bürgerinitiative “Altonaer Museum bleibt!” bis heute eine rasante Erfolgsgeschichte in nur wenigen Monaten hingelegt hat, ist es jetzt durchaus angebracht, ein Resümee zu ziehen.


Das Hamburger Abendblatt kommt am 30. Nov. 2010 zu dem Schluß, dass der…..”durch heftige Proteste erzwungene Kulturgipfel”….(des Senats)…..”als kapitale Sargnägel für das Ende der schwarz grünen Koalition gelten.”

In einträchtiger Zusammenarbeit zwischen Museum, Freunde des Altonaer Museum und Bürgerinitiative waren in ganz kurzer Zeit über 75.000 Protest-Unterschriften gesammelt worden – begleitet von mehreren Demonstrationen. Mit dem Ergebnis des vom Senat abgehaltenen Kulturgipfels konnte sich unsere Bürgerinitiative nicht zufrieden geben. Es wurde zwar der Beschluß vom 22. Sept. 2010, das Altonaer Museum zum 31. Dez 2010 zu schließen, zurückgenommen. Jedoch sollte die “Stiftung Histroische Museen”, zu der auch das Altonaer Museum gehört, nunmehr dennoch einen Sparbetrag von 3,5 Millionen erbringen. Da die Museen schon vorher unterfinanziert waren, hätte das lediglich einen Tod auf Raten bedeutet.

Unsere Bürgerinitiative (BI) mobilisierte daraufhin mit 50.000 Flugblättern und mehreren Infotischen in der Ottenser Hauptstr. und eine Mobilisierung durch Mail-Verteiler und Informationen an die Presse zum 1. Nov. 2010 in das Altonaer Theater (das direkt neben dem Altonaer Museum liegt), um dort eine Volksinitiative zu starten. Das Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Es sprachen nicht nur die BI-Sprecher sondern selbstverständlich Torkild Hinrichsen als Direktor des Altonaer Museums und Vertreter anderer ebenfalls von den Sparbeschlüssen betroffene Kultureinrichtungen wie das Schauspielhaus und die Bücherhallen.

In einem aktuellen Wahl-Flyer der Links-Partei steht: “Unser größter Respekt gilt hier der Bürgerinitiative “Altonaer Museum bleibt” und allen Altonaern-Innen, die mit ihrem kräftigen und phantasievollen Protest diesen wichtigen Ort (Altonaer Museum) geschützt haben.

Das Altonaer Museum wurde im Zuge des Protestes zum bekanntesten Museum von ganz Deutschland.

Die Schließung des seit über 150 Jahren bestehenden Altonaer Museums hätte bedeutet, dass hier das Gedächtnis von Altona ausgelöscht worden wäre. Altona gehörte vor 1939 zu Schleswig-Holstein und war dessen größte Stadt und davor zu Dänemark als dessen zweitgrößte Stadt nach Kopenhagen. Es geht hier keinesfalls um einen “etablierten” Protest sondern um die geschichtlich soziale Identität einer ganzen Region, so dass spontan die Menschen aus allen Bevölkerungsschichten täglich in ihr Museum strömten, um dadurch gleichermaßen ihre Verbundenheit wie auch ihre Entrüstung zu zeigen. Altona stand als Schwester zu Hamburg mit ihr stets in einem fruchtbaren Wettbewerb. Es ist geradezu ein Sakrileg, dass ausgerechnet nun von “Hamburg” beschlossen wurde, das Altonaer Museum zu schließen.

Um aber speziell die Parteien vor der Wahl am 20. Feb.2011 auf den Zahn zu fühlen, mobilisierte die BI erneut zu einer Veranstaltung – diesmal in die Fabrik. Der Ort wurde mit Bedacht gewählt, weil der Senat auch schon zuvor seine Axt an dieser wichtigen weit über Altona hinaus bekannten Kultureinrichtung anzusetzten versucht hatte.

Wir mobilisierten zum 27.Januar 2011 unter dem Motto “Der Wahre Kulturgipfel” in die Fabrik. Das Haus fasst noch mehr Leute als das Altonaer Theater und war dennoch proppenvoll. Das Fernsehen Hamburg 1 zitierte, dass sie diesmal alle gekommen waren – von jeder in der Bürgerschaft vertretenen Partei entweder eine kompetente Person mit Sachverstand zum Thema Kultur oder Spitzenpolitiker wie Olaf Scholz von der SPD.

Diese Veranstaltung war sozusagen der Höhepunkt in unserem Bestreben. Hier wurden dann auch von der Politik definitive Zusagen gemacht, dass nicht nur das Altonaer Museum nicht geschlossen wird sondern auch die Kürzungsbeschlüsse zurückgenommen werden, damit es auch tatsächlich weiter existieren kann.

Eine besondere Rede hielt ganz am Schluß noch der Künstler Hinnerk Bodendieck. Er macht ebenfalls in unserer BI mit und hat uns schöne Plakate und Postkarten gemalt. Seine zahlreichen Postkarten-Motive waren begehrte Artikel am Infotisch und brachten uns so mache Spende ein.

Zur musikalischen Auflockerung haben wir nicht “irgend welche” Künstler gewählt, sondern uns mit Bedacht für die junge Liedermacherin Jana Nitsch entschieden, die von 2005 bis 2007 hier in der Ottenser Hauptstraße als Straßenmusikerin angefangen hat. Inzwischen ist sie auch schon mal vor 10.000 Menschen in der O2-Halle (früher Color-Line-Arena) aufgetreten.

Um gleich nochmal bei der Musik zu bleiben ist natürlich “last but not least” unsere BI mit unserer eigens von Hans Bunge gedichteten BI-Hymne zu sehen und zu hören. Diese Hymne und weitere von Hans (ebenfalls in unserer BI) getexteten Lieder wurden auch jeden Samstag auf unserer Demonstration gesungen, die am Alma-Wartenberg-Platz in Ottensen starteten und dann je nach Umstand mal bis zum Info-Tisch vor dem Mercado- oder bis zum Spritzenplatz gingen.

Die vorerst letzte Demo fand am Samstag 12.Feb. 2011 statt. Am Spritzenplatz ließ es sich Olaf Scholz (als wohl zu erwartender neuer Hamburger Bürgermeister) nicht nehmen, uns mit Handschlag zu begrüßen. Link: http://www.altonaermuseumbleibt.de/
findet sich das Foto von Birgid Braun, dem Peter den Titel “Max und Dieter begrüßen ein neues Mitglied” (hier Olaf Scholz) gegeben hat und kommentiert: “Max begrüßt einen interessierten Bürger. Dieter scheint ihn zu kennen. Guckt er deswegen eher skeptisch? Gaby (SPD-Bezirkskanditatin) strahlt im Hintergrund.

Aus den Presseberichten seien folgende Stgrellen zitiert:

Hamburger Morgenpost: “Scholz Wahlversprechen: Eine Finanzierung, die sicherstellt, dass weder das Altonaer noch ein anderes Museum geschlossen wird und dass auch das Schauspielhaus weiter bespielt wird.”

Die Welt: “Horst Dietrich von der Fabrik etwa verlangte von den Behördenmitarbeitern schlicht mehr Fachkenntnis, gehe es ans Aushandeln von Etats und Fördergeldern; Kirsten Baumann von der Stiftung Histrorische Museen, die derzeit an einem Konzept arbeitet, diese wirtschaftlich langfristig zu sichern, erwartet ein Agieren auf Augenhöhe: “Wenn wir professionell arbeiten wollen, brauchen wir ein professionelles Gegenüber.” Ekkehard Nümann vom 18.000 Mitglieder starken Freundeskreis der Kunsthalle wurde noch deutlicher .”Früher hatten wir in der Kulturbehörde Leute, die Ahnung von der Oper oder der Kunst hatten. Heute finden Sie dort Controller und fantasielose Juristen.”

Hamburger Abendblatt: “Und da meldete es sich bei vielen hier (Teilnehmern in der Fabrik) wieder, dieses geradezu erhabene romantisch verklärende Gefühl, Teil von etwas Großem, Wichtigem und Bewegendem zu sein. Wie damals, im zugigen, unbeheizten Gängeviertel-Zimmerchen, bei den Wutbürger-Familien vor dem Altoner Museum oder bei der Anti-Stuth (CDU-Kultursentor)-Demonstration vor der Wagenburg Kulturbehörde.”

Das Hamburger Wochenblatt verglich das volle Haus in der Fabrik mit einer gleichzeitig stattgefundenen Wahlkampfveranstaltung der CDU zum Thema Innere Sicherheit, die zur Zeit des Richter Gnadenlos Ronald Schill noch Hunderte in die Versammlung trieb, an jenem Tag aber vor fast leeren Stühlen mit nur einer Hand voll Menschen stattfand, wovon noch 2 Sicherheitsleute des Abgeordneten waren. Dazu stellte das Wochenblatt als Grund für diese Entwicklung drei mögliche Erklärungen als Lösung zum Ankreuzen vor.

Lösung A: Die Hamburger fühlen sich nach 9 Jahren CDU geborgen….. Lösung B: Die Hamburger glauben, dass die CDU nichts mehr zu melden hat, weil Olaf Scholz das sagt. Lösung C.: Die Hamburger finden Wahlkampf, Wählen und Politiker ein auslaufendes Modell. Stattdessen starten sie eine Volksinitiative, wenn ihnen was nicht passt.

Nun könnte man denken, dass unsere Bürgerinitiative ihre Schuldigkeit zum Thema Altonaer Museum getan hat und nun gehen könne bzw. die Leute sich andere neue Initiativen suchen, was ja auch OK wäre.

Wir haben bisher gut 17.000 Unterschriften für die Volksinitiative gesammelt. 10.000 sind nur notwendig. Am Infotisch war folgendes Motto plakatiert:

” Der bisherige Senat ist u.a. auch an unserem Protest gescheitert!
Für einen neuen Senat soll unsere Volksinitiative die erste Nagelprobe sein!”

Mit dieser erfolgreich abgeschlossenen Volksinitiative schaffen wir die Plattform dafür, dass der neue Senat mit uns darüber verhandeln muss, wie nun im Einzelnen von der neuen (am 20.Feb.11) an die Macht kommenden Politik das Kulturkonzept gestaltet werden soll – u.a. natürlich auch für das Altonaer Museum, an dem sich alles entzündet hat.

Darüberhinaus hat sich aber schon sehr früh etwas ganz Einmaliges in unserer BI entwickelt. Es hat sich ein Workshop gebildet, der in enger Gemeinschaft mit dem Altonaer Museum und seinem Direktor Torkild Hinrichsen Ideen und Anregungen für ein fruchtbares Konzept an das Museum heranträgt. Das ist ja nicht etwas Selbstverständliches, weil das Museum das ja auch als nicht erwünschte Einmischung hätte abtun können.

Die Person Torkild Hinrichsen, die von den Medien nicht selten als Urgestein bezeichnet wurde, hat einen entscheidenden Anteil daran, dass der Protest und das gute Zusammenspiel von Museum und Bürgerintitative überhaupt so fruchtbar sein konnte und dieser Geist ist auch in dem Workshop die Grundlage, so dass allein schon durch den Workshop die BI noch lange von Nutzen sein kann. Die Gestaltung des Museums ist ja die konkrete Grundlage für seine künftige Existenz überhaupt. Hier bringt Elisabeth von Dücker (eine BI-Sprecherin) die nötige Kompetenz für die Museumsarbeit mit.

Daneben werden aber in unserer BI täglich Vernetzungen mit anderen Initiativen behandelt und die Inhalte über einen BI-eigenen Mailverteiler diskutiert. Dabei wird immer wieder deutlich, dass die Menschen aus der BI keinesfalls ihre politischen Vorstellungen auf ein scheinbar “etabliertes” Thema wie die Erhaltung eines Museums begrenzen, sondern mit diesem Thema auch das Bewußtsein verbinden, dass es letztlich immer um alle sozialen Belange in der Gesellschaft geht.

Wie gesagt – soll damit nur beispielhaft ( und nicht einmal unbedingt repräsentativ) der ständige rege Austausch in der BI nach außen und seine Vernetzungungen aufgezeigt werden.

Das muss nicht immer bierernst sein.

Überhaupt zeichnet sich das Klima in der BI neben hoch effektiver Aufgabenlösungen auch stets durch einen humorvollen Unterhaltungswert aus und der Umgang mit- und untereinander könnte beispielhaft positiver gar nicht sein. Das spüren und schätzen alle.

Die sogenannten Sprecher (Aram, Peter und Elisabeth) sind nun keine “Vorsitzenden”, wie in einer Partei. Um eine Volksinitiative durchführen zu können, sind bestimmte Formalien erforderlich u. a. eben auch von uns namentlich benannte Personen, die von den 17.000 Unterzeichner-Innen bevollmächtigt werden, in ihrem Namen auf Augenhöhe in gesetzgeberischer Funktion mit der Regierung zu verhandeln. Konkret bedeutet dies, dass diese drei Personen berechtigt sind, für die Initiatoren beim Hamburger Verfassungsgericht die Feststellung zu beantragen, dass die Volksinitiative zustande gekommen ist (wobei genau 10.000 Unterschriften genügen) und zum Erlass eines Gesetztes, das Gegenstand der politischen Willensbildung der Volksinitiative ist.

Neben dem erst richtig noch sich entwickelnden Workshop hat sich ansonsten die Aufgabe unserer BI “Altonaer Museum bleibt!” aufgrund des erreichten Erfolges erstmal erschöpft. Peter schreibt in seinem Bericht, dass in den nächsten Jahrzehnten wohl kein Politiker nochmal wagen wird, das Altonaer Museum schließen zu wollen.

Somit wird jetzt in unserer BI mehr und mehr die Frage diskutiert, ob wir uns ausschließlich auf den Workshop konzentrieren und aus dieser Zusammenarbeit bei der einen oder anderen Aktion mitmachen oder ob wir als Gruppe unsere Initiative auch mit weiteren Aufgaben beseelen.

Es kamen hierzu schon erste Namensvorschläge wie “Altona bleibt!” , “Altonaer Plenum” oder “Altonaer Forum”.

Nach unserer Einschätzung könnte es sich jetzt mit unserer BI so entwickeln, dass der Workshop wohl ein starkes Element bleiben kann aber darüber hinaus die BI ihren Zenit überschritten hat und auseinanderläuft oder aber sie transformiert sich tatsächlich zu einem Altoner Plenum mit dem Ziel, die Geschicke um uns herum nicht dem für vier Jahre gewählten Parlament allein zu überlassen sondern sich direkt immer aktuell einzumischen.

Hierzu wurde u.a. auch eine Ansicht dahingehend geäußert, dass es ja überall genug Initiativen gibt, wo man ja mitmachen könne. Dem steht entgegen, dass die Geschicke immer sehr stark von den Personen abhängen und dem Zusammenhalt, so dass hier nun einmal an dem Thema “Altonaer Museum bleibt!” eine Gruppe zusammengewachsen ist, die so geschlossen – wie sie ist, sich weiteren Problemen zuwenden kann.

Wenn mensch die Lösung C aus dem Wochenblatt weiterdenkt, so leben wir offensichtlich in einer Zeit, wo die Menschen immer weniger bereit sind, Machtstrukturen sich überstülpen zu lassen. Wenn man nur einen begrenzten jüngeren Zeitraum ansieht, so ist zu beobachten, dass sich überall Menschen gegen unliebsame Machtstrukturen auflehnen. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, dann könnte der französische Philosoph Jean-Paul Sartre (der u.a. das berühmte Stück “Die Eingeschlossenen von Altona” geschrieben hat) Recht bekommen, als er sagte:

“Die kommende Revolution (hier kann man auch schon durchaus “gegenwärtige Auseinandersetzungen” sagen) wird härter sein und länger dauern als alle vorangegangenen und solange gehen, bis alle Macht abgeschafft ist.”

Nun das ist sicher noch ein weit entfernter Tag aber es ist eine Vision, die nicht auf ewig unrealierbar bleiben muss, so dass man die rasanten Entwicklungen von zunächst “nur” Machtveränderungen als eines dieser Zeichen (sozusagen als einen winzigen Zeitabschnitt in der Evolution hin zu einer machtfreien Gesellschaft) deuten kann.

So sehr das Erkämpfen von Wahlrecht anfangs eine enorm wichtige Errungenschaft auf diesem Weg sein mochte, so kann aber inzwischen die immer größer werdene Anzahl an Nichtwählern ebenfalls schon ein weiteres Element auf diesem Weg sein, so dass man sich hüten sollte, diese immer “stärker” werdene große “Fraktion” als Unpolitisch und Gleichgültig hinzuzstellen.

In unserer BI haben alle Menschen, ob aktive oder heimliche Nichtwähler oder sich offen zu einer Partei Bekennenden – sei es als Wähler oder auch mehrere als Abgeordnete aus verschiedenen Parteien in großer Eintracht und Übereinkunft zusammen gearbeitet. Der gemeinsame Nenner war ein einziges punktuell behandeltes Thema – nämlich die Verhinderung der vom Senat (quasi als Machtmißbrauch empfundenen) beschlossenen Schließung des Altonaer Museums.

Aber es gab auch hier schon eine Einschränkung an die Macht: Abgeordnete in der BI und sei es auch nur, dass sie beabsichtigten, für eine Partei zu kandidieren, wurden nicht als Sprecher der BI akzeptiert oder auch nur für die Moderation z.B. in der Fabrik gewünscht. Es ging dabei zwar “nur” um eine mögliche Interessenkollison und keineswegs darum, dass man auch nur im Geringsten etwas gegen die Personen an sich haben wollte – aber es macht schon den Unterschied einer Bürgerinitiative zu einer Partei sichtbar.

An diesem gelebten Beispiel kann mensch neben allen “großartigen” Visionen auch für die Zukunft zunächst einmal das konkrete Bemühen um eine aktuelle Sache unter dem Motto angehen:

“Jede kleinste Aktion heute hier, das bringt Freiheit -
nicht die vielen, großen nur gedachten – nie gemachten.”

Antje und Dieter

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12 Antworten auf Zwischen-Bilanz

  1. peterschwan sagt:

    Herzlichen Dank für die Weiterleitung dieser wichtigen Zusammenfassung eines auch mir zu Herzen gehenden Kapitels Altonaer Stadtgeschichte. Von meiner Seite gibt es folgende Vorschläge für evtl. Ergänzungen:

    1. Rechtsgutachten (u.a. von Prof. Dr. Jörn Axel Kämmerer vom 12.10.10) belegten, dass die Schließung des AM durch einen Haushaltsbeschluss nicht möglich sei.

    2. „Notstand Kultur“. Diskussion am 12.10.2010 auf Kampnagel mit dem Moderator Ulrich Greiner (Prof. Hinrichsen u.a. auf dem Podium) fand unter großer Publikumsbeteiligung statt.

    3. Außerdem finde ich noch die Altonaer Museumslaterne erwähnenswert. Schließlich ist dadurch nicht nur in Altona den Leuten „ein Licht aufgegangen“.

    Ursula Riechenberger

  2. peterschwan sagt:

    > “Diese Veranstaltung war sozusagen der Höhepunkt in unserem
    > Bestreben. Hier wurden dann auch von der Politik definitive Zusagen
    > gemacht, dass nicht nur das Altonaer Museum nicht geschlossen wird
    > sondern auch die Kürzungsbeschlüsse zurückgenommen werden, damit es
    > auch tatsächlich weiter existieren kann.”
    >
    >
    Ich glaube das kann man konkreter fassen. Olaf Scholz hat sehr deutliche
    Aussagen gemacht, was wohl auch damit zu tun hat das wir über eine echte
    Lobby innerhalb der SPD verfügen. Auch von der Linken wurden wir sehr
    stark unterstützt. Aber sonst? Frau Martens hat auf dem “Wahren
    Kulturgipfel” weiterhin die Sparbeschlüsse verteidigt und Ahlhaus wirft
    Scholz und der SPD vor nicht finanzierbare Wahlversprechen zu machen,
    was sich für mich doch sehr nach einem festhalten an den Sparbeschlüssen
    aussieht. Christa Goetsch hat auf dem Gipfel die Sparbeschlüsse als
    Fehler bezeichnet und diese Selbstkritik hat sie glaubwürdig gemacht.
    Wäre die GAL bei dieser Linie geblieben hätten wir durchaus zufrieden
    sein können. Aber was kommt statt dessen? Anja Hajduk spricht vom
    Altonaer Museumsplatz als “einem lebendigen kulturellen Zentrum” ohne
    das Museum überhaupt zu erwähnen. Sven Kuhfuss, von der GAL// schreibt
    sich gar die Rettung des Museums auf die Fahnen. Die “Rettung” bestand
    in eben jenen Kulturgipfel wo die Schließung des Museums vorerst
    aufgeschoben wurde um dann von der gesamten Stiftung zu verlangen den
    Jahresetat des Museums einzusparen. Wir alle wissen das dies nicht nur
    das Altonaer Museum, sondern die gesamte Stiftung im Bestand bedroht
    gewesen wäre.

    Geben wir also unsere Zurückhaltung was Wahlempfehlungen angeht auf.
    Belassen wir es nicht bei der vagen Aufforderung Politiker zu wählen,
    die die Kultur unterstützen und fordern wir zur Wahl derjenigen
    Politiker auf, die uns wirklich unterstützt haben: Gabi Dobusch (SPD)
    und Norbert Hackbusch (Linke), sowie Robert Jarowoy (Linke, Bezirk). Und
    erklären wir eindeutig das wir die GAL für nicht wählbar halten. Ich
    schlage vor am Fr. dem 18.02 eine Pressekonferenz im Foyer des Museums
    abzuhalten, wo wir genau dies erklären. Zeit genug um noch in die
    Sonntagsausgaben der Zeitungen zu kommen und vielleicht noch einige vor
    dem Fehler zu bewahren die GAL zu wählen.

    Ich denke sogar das wir versuchen sollten von Olaf Scholz die Zusage zu
    bekommen auf gar keinen Fall eine(n) grüne(n) Kultursenator(in) zuzulassen!!

    Eine Gelegenheit in die Auseinandersetzung zu gehen ist schon morgen.
    Sven Kuhfuß und Gesche Boehlich sind um 11:00h im Kinderbuchhaus um über
    Kulturpolitik zu schwadronieren. Ich habe um 10:00h einen Termin bei
    Torkild Hinrichsen, anschließend würde ich zu dieser Veranstaltung gehen
    und unangenehme Fragen stellen. Ich hoffe es können noch einige von euch
    kommen. Schlachten wir die!!

    Sven

  3. peterschwan sagt:

    Lieber Sven,

    Du hast ja Recht – allerdings möchte ich nicht soweit gehen, dass ich im Namen der BI Wahlempfehlungen machen würde (ich denke, dass Du das auch nicht gemeint hast) , da ich (mit Ausnahme von Dir, Michael und Antje) nicht weiß, was jeder Einzelne in der BI an Empfehlung zur Wahl machen würde. Es kann also nur jeder für sich in unserem Verteiler dazu seine Vorstellung propagieren, so wie Michael und Du es gemacht haben und natürlich können wir hervorheben, welche Rolle die Gall mit der CDU gespielt hat und welche Aussagen sie zur Wahl gemacht haben – im Gegensatz zur Linkspartei und zur SPD (eben einfach Fakten benennen) – so wie Du es getan hast und wir können auch bei Olaf Scholz weiter nachsetzten.

    Gruß Dieter

  4. peterschwan sagt:

    Also ich kann Sven verstehen und finde seine Bemerkungen im wesentlichen richtig. Nur Britta Martens/CDU kommt etwas zu schlecht weg, denn sie hat gesagt, dass aus heutiger Sicht, die Kürzungsbeschlüsse nicht beständig sein werden oder so ähnlich. Da müsste man sich nochmal das Video anschauen.
    Grüße
    Aram

  5. peterschwan sagt:

    Liebe MuseumsaktivistInnen,

    jede(r) muß am 20.2. selber wissen, wen oder welche er wählt.
    Aber es gibt für mich Ausschlusskriterien wie z.B. bei der
    CDU und der FDP. Und die übrigen zehn Bezirksstimmen werde ich
    dann rot-rot-grün verteilen mit einer starken Rot (Die Linke)
    Stimmenzahl, einer deutlichen SPD-Stimmenzahl (für Gabi) und ganz
    wenigen Stimmen für die GAL.

    Grüße

    Michael

  6. peterschwan sagt:

    “Lieber Sven,
    >
    > Du hast ja Recht – allerdings möchte ich nicht soweit gehen, dass ich
    > im Namen der BI Wahlempfehlungen machen würde (ich denke, dass Du das
    > auch nicht gemeint hast) ,”

    Doch genau das habe ich gemeint!!

    “> da ich (mit Ausnahme von Dir, Michael und Antje) nicht weiß, was jeder
    > Einzelne in der BI an Empfehlung zur Wahl machen würde. Es kann also
    > nur jeder für sich in unserem Verteiler dazu seine Vorstellung
    > propagieren, so wie Michael und Du es gemacht haben und natürlich
    > können wir hervorheben, welche Rolle die Gall mit der CDU gespielt hat
    > und welche Aussagen sie zur Wahl gemacht haben – im Gegensatz zur
    > Linkspartei und zur SPD (eben einfach Fakten benennen) – so wie Du es
    > getan hast und wir können auch bei Olaf Scholz weiter nachsetzten.”

    Ich denke die Tatsachen sprechen für sich und die lassen die GAL nicht
    so gut aussehen, und wir sollten das auch aussprechen.

    Sven

  7. peterschwan sagt:

    Dein Zitat: “Doch genau das habe ich gemeint!”

    Lieber Sven,

    wenn Du also tatsächlich meinst, im Namen der BI Wahlempfehlungen aussprechen zu wollen, dann fehlt mir die Phantasie, wie man das technisch bewerkstelligen kann. Dadurch, dass sich Leute in der BI engagieren, ist ja noch keiner verpflichtet, sich einem Gruppenzwang zu unterwerfen und dass nun die Verkleidungen an den Wahlkabinen für die BI-Leute entfernt werden. Also Wahlempfehlung kann jede/r machen, das ist keine Frage – aber ein im Namen aller Menschen in der BI geht nun mal rein technisch wie menschlich nicht. Das gilt unabhängig davon, ob nun die meisten ohnehin dem nahe kommen, was schon mehr als ausreichend gesagt worden ist.

    Du hattest zunächst an folgendem Satz Deine Gedanken entwickelt:

    “Diese Veranstaltung war sozusagen der Höhepunkt in unserem Bestreben. Hier wurden dann auch von der Politik definitive Zusagen gemacht, dass nicht nur das Altonaer Museum nicht geschlossen wird sondern auch die Kürzungsbeschlüsse zurückgenommen werden, damit es auch tatsächlich weiter existieren kann.”

    Natürlich waren die Aussagen unterschiedlich und damit sollte ja eher (eben “zusammenfassend” ein Resümee) auf das Ergebnis abgestellt werden, was nach der Wahl Gewicht haben wird und letztlich relevant ist. Ein paar Absätze weiter steht es dann ja auch konkret:

    “Hamburger Morgenpost: “Scholz Wahlversprechen: Eine Finanzierung, die sicherstellt, dass weder das Altonaer noch ein anderes Museum geschlossen wird und dass auch das Schauspielhaus weiter bespielt wird.”

    Was ich darüberhinaus interessant fand, ist die Tatsache, dass nur die Linke in einem ihrer Wahlflyer die BI würdigt. Jedenfalls habe ich in keinem anderen Flyer etwas ähnliches gefunden. Somit wird diesbezüglich in dem Resümee auch nur die Linke mit diesem Hinweis auch erwähnt:

    “In einem aktuellen Wahl-Flyer der Links-Partei steht: “Unser größter Respekt gilt hier der Bürgerinitiative “Altonaer Museum bleibt” und allen Altonaern-Innen, die mit ihrem kräftigen und phantasievollen Protest diesen wichtigen Ort (Altonaer Museum) geschützt haben.”

    Ich denke, wir sollten hier nicht weiter “Eulen nach Athen” tragen.

    Dieter

    Gruß Dieter

  8. peterschwan sagt:

    Ich muss Dieter bezüglich “Wahlempfehlung im Namen der BI” mal vollkommen Recht geben.
    Gut, dass Sven noch mal erinnert, wie wichtig uns als BI das Thema “Altonaer Museum” für unsere jeweilige Wahlentscheidung ist. Im übrigen gebe ich seiner Argumentation insbesondere was die GAL angeht ja auch Recht!

    Aber erstens ist das selbst für mich nicht das einzige politischeThema, von dem ich die 20 Stimmabgaben abhängig mache. Und zweitens kann man gerade wegen unserer Stärke als BI (politische – auch parteipolitische -)Vielfalt keine Empfehlung im Namen der BI abgeben.

    Peter

  9. peterschwan sagt:

    Ich denke auch, dass wir nicht zur Wahl von Parteien aufrufen können aber in allen Parteien gibt es Unterstützer des Altonaer Museums und auch unserer BI. Ich sage nur Dobusch, Hackbusch, Jarowoybusch und ganz am Rande Scheuerlbusch. Die ersten drei könnte ich problemlos zur Wahl empfehlen.
    Allerdings ist das eine Debatte ohne praktischen Nutzen, denn außer in unserem eigenem kleinen Kreis bekommt das ja eh niemand mit. Ich werde/wurde allerdings recht häufig als Wahlberater angefragt und da habe ich genau das empfohlen.

    Aram, der sich jetzt in den wohlverdienten Skiurlaub abmeldet. Nächste Woche bin ich wieder da.

  10. peterschwan sagt:

    Zur Frage der Wahlempfehlung:
    Ich denke wir haben mit unseren Aktivitäten und vor allem unserer “Fabrik”-Veranstaltung einige Klarheit darüber erhalten,
    wer sich wie für das Altonaer Museum stark macht und damit in dieser Frage auch Klarheit in bezug auf die Wahl bekommen.
    Allerdings bin ich wie auch viele andere in der BI auch anderweitig interessiert und aktiv und da sieht es z.T. anders aus.
    In einigen Fragen ist mir trotz aller Vorbehalte die GAL näher als die SPD (auch wenn ich als Partei eher keine von beiden
    wählen werde). Also in Bezug auf das Altonaer Museum haben wir klare Aussagen von Scholz und wenn es da gravierende
    Änderungen geben sollte, müssen wir halt den Scholz in die Verantwortung nehmen. Mit persönlich halte nichts von einer
    SPD-Alleinherrschaft. Und mehr noch liegt mir daran eine Opposition (in unserem Sinne) in der Bürgerschaft zu haben – sprich
    die Linke, die derzeit doch gefährlich in der Nähe der 5%-Hürde gekommen ist.
    Also, ich denke jeder von uns und unseren Freunden wird verantwortungsvoll seine Stimmen verteilen und im Falle des Falles stehen
    wir halt wieder auf der Straße. In diesem Sinne keine spezielle Wahlempfehlung von Seiten der BI!
    Liebe Grüße
    Jochen Maack

  11. peterschwan sagt:

    (Einer der GAL-Direktkandidaten für die HHBÜ im Wahlkreis 3 (Altona) Sven Kuhfuss hat im Altonaer Museum am Di., 15.2. zusammen mit Gesche Böhlich (Spitzenkandidatin für die BV Altona seine Idee für einen “Kulturentwicklungspaln vorgestellt – sh. http://www.gal-altona.de/aktuelles/einzel-ansicht-news/article/kuhfuss_hamburg_braucht_einen_kulturentwicklungsplan/- .

    Unser Sven (Reumann) berichtet:
    Meiner Meinung nach wurde dort überhaupt nichts Substantielles gesagt.
    Es wurde viel darüber gesprochen wie wichtig Jugendkultur doch sei. Ich
    habe dann angemerkt, dass doch die Jugendkultur das Hauptopfer der
    Sparbeschlüsse gewesen sei und z.B. von der Eva Gümbel verteidigt worden
    sei. Meine Beispiele waren das Altonaer Museum mit dem Kinderbuchhaus
    und das Junge Schauspielhaus. Die beiden haben versucht aus der Gümbel
    eine Sünden-Gümbel zu machen, die den armen Bezirkspolitikern mit ihrer
    schlechten Politik nur Probleme gemacht hat. Und sie wußten angeblich
    von nichts. Und sie seien ja schon immer für das Museum gewesen. Ich
    wollte dann noch wissen, warum sie uns dann nicht direkt unterstützt
    haben so wie Gabi, Norbert und Robert. Die einzige Antwort war das auch
    die SPD teilweise eine schlechte Kulturpolitik gemacht hat.

    Fazit: völlig unglaubwürdig. Weiter habe ich nicht nachgehakt. Es lohnte
    sich einfach nicht. Es war nur ein kleines sehr “grünes” Publikum da,
    kaum das richtige Forum um in die Konfrontation zu gehen.

    Ich habe in letzter Zeit viele Bürgerbewegungen kennen gelernt.
    Nirgendwo haben die Grünen auch nur das kleinste bisschen Kredit. Einst
    waren die Grünen eine Bewegungspartei jetzt könnte die Entfremdung
    zwischen der GAL und den Bewegungen gar nicht größer sein. Mein
    persönliches Fazit: Wer Olaf Scholz als Bürgermeister will soll SPD
    wählen. Wer das nicht will weil er/sie gegen die Elbvertiefung,
    Kohlekraftwerke und andere Nettigkeiten ist muss die Linke wählen. Es
    macht überhaupt keinen Sinn der SPD einen grünen Wurmvortsatz
    anzupappen. Das verhindert nichts und bewegt nichts.

    Aber egal wie die Wahl ausgeht die wahre Opposition wird nicht im
    Parlament sein sondern ausserhalb.

    Gruß Sven

  12. peterschwan sagt:

    Lieber Sven,

    nun erlaube ich mir in Reaktion auf Deine Mail doch noch ein paar
    Bemerkungen in eigener Sache.
    Zum einen hat sich meine Partei jedenfalls dieses Mal und in diesem Fall
    sehr ordentlich verhalten. Ich würde mich deshalb schon freuen, wenn
    dies auch honoriert würde. Angesichts der Wahrscheinlichkeit, dass die
    SPD in den nächsten Jahren maßgeblich mitgestalten wird in dieser Stadt,
    hielte ich es für klug, bestimmte Strömungen IN der Partei zu
    unterstützen und zu stärken, anstatt von vorneherein NUR auf Opposition
    zu setzen.
    Dies gilt aus meiner zugegeben da sehr eigennützigen Sicht natürlich
    insbesondere für Altona und Akteurinnen bzw. Kandidatinnen wie mich. Der
    Kultur nutzt es im Zweifelsfalle mehr, wenn der Senat nicht erst klug
    handelt, wenn er durch BIs dazu gezwungen wird. (Auch wenn ich dem
    letzten Senat fast dafür dankbar bin, diese tolle BI quasi “auf den Weg
    gebracht zu haben”.)
    Nun gut. Wie das mit dem “Marsch durch die Institutionen” so ist, sieht
    jede/r anders. Gute Abgeordnete im Regierungslager der Bürgerschaft würden
    m.E. auch nicht schaden. Ich plädiere hier für ein kreatives Nutzen
    des neuen Wahlrechts, das für solche komplizierten Gefühlslagen wie
    geschaffen ist.

    Grüße

    Gabi Dobusch

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