Depesche an die Presse 10/2010
Mittwoch 22:30 Uhr, 27.10.2010
Senat blamiert die ihn tragenden Fraktionen
Von Aram Ockert
(Hamburgische Bürgerschaft, 27.10.2010, 22:30 Uhr) Die bürgerschaftliche Debatte zum Altonaer Museum zum Altonaer Museum war geprägt durch drei Positionen. Die Linke, als Antragstellerin und die SPD wollten den Erhalt des Museum, die CDU und GAL wollten die Möglichkeit eröffnen, dass Schließung nicht das letzte Wort sein muss und der Senat, vertreten durch den Kultursenator, machte deutlich, dass an der Schließung des Altonaer Museums nicht gerüttelt wird.
Das war natürlich blamabel für die Kulturpolitikerinnen von CDU und GAL. Hatte doch die Frau Martens von der CDU noch die Ablehnung des Antrag der Linken u.a. damit begründet, dass man sich vor dem Kulturgipfel nicht festlegen sollte. Auch Eva Gümbel hatte betont, dass der Antrag die Situation offen lässt und damit den Handlungsspielraum des Senats nicht einengt.
Umgekehrt war man da weit weniger großzügig. Hatten die Parlamentarier von Union und Grünen doch nach einer Möglichkeit gesucht, nicht als welche dazustehen, die allein auf Schließung setzen und deswegen ihren Antrag, gegen den der Linken gestellt. Allerdings haben sowohl Martens als auch Gümbel nicht versucht, den Eindruck zu erwecken, den man heute der Presse entnehmen konnte. Von Rücknahme der Schließung war keine Rede, sondern nur von der Eröffnung einer weiteren Option und dass es bei Schließung zumindest einer Konzeption bedarf. Sicherlich war es auch ein Fehler, dass Frau Gümbel für die GAL betonte: die GAL sagt ja zum Sparen und Frau Marten für die CDU beklagte, dass das Museum auf seiner Homepage Unterstützer, sogar anonyme Unterstützer werbe.
Damit war dem Senat offenbar mit zuwenig Selbstvertrauen von Seiten der Abgeordneten begegnet worden und der Kultursenator fühlte sich berufen, seine „Steherqualitäten“ zu demonstrieren.
„Seht her, ich stehe zu meinem Wort“ auch wenn sich das mittlerweile hundertfach blamiert hat und ich scheue noch nicht einmal davor zurück meinen Chef zu blamieren, indem ich betone, dass ich auch aus Gipfelgesprächen so hinauskomme, wie ich hineingegangen bin. Etwas, dass Frau Gümbel zuvor ausgeschlossen hatte.
Besonders peinlich waren des Kultursenators Ausführungen da, wo er sich als Museumsdirektor gerierte und das Hafenmuseum am Wasser für besser geeignet, für die Ausstellung maritimer Themen erklärte, als das Altonaer Museum, da dies auf einem Geestrücken läge.
In Hinblick auf die künftige Nutzung führte er aus, dass diese gemeinsam mit dem Bezirk abgestimmt werde und in Übereinstimmung mit dem B-Plan erfolge und dass die künftige Nutzerin das Geld für das Gebäude (Miete oder Kauf ließ er offen) mitbringen müsse.
Damit wurden den Gerüchten, das Gerkan, Mark und Partner an der Immobilie interessiert sein, um dort ihre Architekturakademie und ggf. ein kleines Museum für Architektur zu betreiben neue Nahrung verliehen.
Bleibt abzuwarten, ob sich der Senat auf dem Gipfel anders als in der Bürgerschaft dargestellt hat. Zu befürchten ist, dass der Senat den Gipfel ausschließlich als symbolischen Akt begreift, der die Notwendigkeiten des Sparens in großer persönlicher Zuwendung erläutert ohne in der Sache Abstriche zu machen. Morgen wissen wir mehr.
Pressesprecher: Aram Ockert Tel. 0163-90 29 302, 040-350 712 616
Mail: aram.ockert@gmx.de
ALTONAERMUSEUMBLEIBT@GMX.DE
Depesche 10/2010.pdf
Dieser Beitrag wurde unter
Presse veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den
Permalink.